Anlaufstelle registriert 228 Fälle von antimuslimischem Rassismus

Anlaufstelle registriert 228 Fälle von antimuslimischem Rassismus

Das Netzwerk gegen Diskriminierung und Islamfeindlichkeit (Inssan e.V.) hat im vergangenen Jahr 228 Fälle von antimuslimischem Rassismus in Berlin registriert. Das waren knapp 14 Prozent weniger als im Vorjahr, als 265 Fälle gezählt wurden, wie die Anlaufstelle am Dienstag in Berlin mitteilte. Zugleich bedeute die Fallzahl für 2020 eine Steigerung von mehr als 100 Prozent gegenüber 2017 mit damals 115 Meldungen. Als mögliche Ursache für den Rückgang gegenüber 2019 wird der Corona-Lockdown genannt.

Am häufigsten betroffen von antimuslimischem Rassismus waren demnach Frauen mit 63,5 Prozent der Meldungen. 13 Prozent der Beschwerden kamen von Männern, der Rest betraf geschlechtsgemischte Gruppen. 214 der meldenden Personen seien wegen ihrer tatsächlichen und zugeschriebenen islamischen Religionszugehörigkeit diskriminiert worden. 147 Musliminnen und Muslime wurden zudem auch wegen ihrer zugeschriebenen ethnischen Herkunft angefeindet und 101 Personen auch wegen ihres Geschlechts.

Knapp die Hälfte der Rassismus-Fälle (48,7 Prozent) spielte sich im sogenannten sozialen Nahraum ab, beispielsweise auf der Straße, in öffentlichen Verkehrsmitteln und der Nachbarschaft. Zwölf Prozent der Diskriminierungen fanden in Kitas, Hort, Schule oder Universität statt, 10,9 Prozent im Arbeitsumfeld. In 16 Prozent der Fälle ging es um Diskriminierungen unter anderem bei Mietverträgen oder im Gesundheitswesen. Rassismus im Internet betraf 11,4 Prozent der Fälle.

Inssan e.V. erfasst seit 2016 Beleidigungen, Anfeindungen, Benachteiligungen und tätliche Angriffe auf Musliminnen und Muslime.