Studie: Migrantenorganisationen in Wohlfahrtspflege aktiv

Studie: Migrantenorganisationen in Wohlfahrtspflege aktiv

Zuwandererorganisationen bieten in Deutschland vielfältige soziale Hilfen an, werden aber vom Staat nicht im gleichen Umfang gefördert wie alteingesessene Verbände der klassischen Wohlfahrtspflege. In einer am Dienstag in Berlin veröffentlichten Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) empfehlen Wissenschaftler daher, die öffentlichen Zuwendungen passgenauer auf die sozialen Hilfen von und für Migranten zuzuschneiden. In der vom Bundesfamilienministerium geförderten Studie wurden die Aktivitäten säkularer Organisationen untersucht.

Ihr Programm reicht von Jugendarbeit über Hilfen bei Behördengängen bis zur Pflegeberatung. 85 Prozent der Migrantenorganisationen haben mindestens ein Angebot für Jugendliche, zumeist Freizeitangebote. Fast zwei Drittel bieten Hilfen für Geflüchtete an, knapp die Hälfte wendet sich mit mindestens einem Unterstützungsangebot an Senioren. 16 Prozent aller befragten Organisationen arbeiten mit behinderten Menschen und 12 Prozent bieten Pflegeberatung an.

Am häufigsten sind die Organisationen in der Kultur-, Musik- und Kunstszene aktiv (65 Prozent), gefolgt vom Sozialen und dem Bildungssektor. Knapp die Hälfte arbeiten mit Schulen zusammen. Ihre Stärken liegen der Untersuchung zufolge in einem guten Zugang zu ihrer Zielgruppe, in ihrer Flexibilität und im Verständnis für die Bedürfnisse ihrer Klientel sowie in ihrer Fähigkeit, Ehrenamtliche zu mobilisieren.

Für die Studie wurden in den beiden vergangenen Jahren 228 Organisation befragt, die überwiegend als eingetragene Vereine in den Ballungsgebieten tätig sind, während auf dem Land soziale Hilfen den Angaben zufolge stärker von religiösen Migranten-Gemeinden geleistet werden.

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