Erstmals führt eine Frau das Sekretariat der katholischen Bischöfe

Beate Gilles wird neue Generalsekretärin der katholischen Deutschen Bischofskonferenz.

©epd-bild/Sascha Steinbach

Erstmals wird eine Frau, Beate Gilles, das Sekretariat der katholischen Deutschen Bischofskonferenz in Bonn führen.

Erstmals führt eine Frau das Sekretariat der katholischen Bischöfe
Die Theologin Beate Gilles wird neue Generalsekretärin der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Die 50-Jährige ist Marathonläuferin und sagt von sich, sie sei eine selbstbewusste Frau.

Bonn (epd). Erstmals wird eine Frau das Sekretariat der katholischen Deutschen Bischofskonferenz in Bonn führen. Die katholischen Bischöfe wählten die Theologin Beate Gilles (50) am Dienstag zur neuen Generalsekretärin und Geschäftsführerin des Verbandes der Diözesen Deutschlands, wie die Bischofskonferenz am Dienstag in Bonn zu Beginn der Frühjahrs-Vollversammlung mitteilte. "Mit Frau Gilles wird zum ersten Mal in der Geschichte der Deutschen Bischofskonferenz eine Frau Generalsekretärin. Ich sehe das als starkes Zeichen, dass die Bischöfe ihrer Zusage nachkommen, Frauen in Führungspositionen zu fördern", sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Georg Bätzing.

Bätzing sagte, er arbeite seit fünf Jahren in seinem Bistum Limburg mit Gilles zusammen. Sie sei "rheinisch katholisch und humorvoll". Gilles wird die Nachfolgerin von Pater Hans Langendörfer, der Anfang Januar nach 24 Dienstjahren in den Ruhestand gegangen war. Ihre Stelle wird sie am 1. Juli 2021 antreten.

Gilles sagte am Dienstag vor Journalisten, die größte Herausforderung ihrer neuen Aufgabe bestehe darin, die Konflikte innerhalb der katholischen Kirche anzugehen und trotzdem die gemeinsame Basis nicht zu verlieren. Der katholische Reformdialog, der Synodale Weg, sei eine große Chance. Wichtig sei es aber, nicht nur in den innerkirchlichen Debatten steckenzubleiben, sondern sich auch zu gesellschaftlichen Fragen wie etwa in der Debatte über Suizidassistenz zu positionieren. "Ich bin eine selbstbewusste Frau und als solche schon sehr lange in der Kirche unterwegs", sagte sie. Als Ausdauersportlerin habe sie einen langen Atem und wisse, dass ein Marathon nicht auf den 40 Kilometern im Rennen, sondern auf den 1.000 Kilometern im Training entschieden werde.

Beate Gilles wurde nach Angaben der Bischofskonferenz 1970 im nordrhein-westfälischen Hückeswagen geboren. Von 1989 bis 1995 studierte sie an der Universität Bonn katholische Religionslehre und Deutsch. 2000 promovierte sie mit einer liturgiewissenschaftlichen Arbeit. Seit 2010 ist sie Dezernentin für Kinder, Jugend und Familie im Bistum Limburg. Zum Dezernat gehören die Abteilungen Jugendliche, junge Erwachsene, Jugendverbände, Familie und Generationen, Kindertageseinrichtungen sowie der Eigenbetrieb Tagungshäuser im Bistum Limburg. Gilles ist seit 2020 außerdem ehrenamtliche Bundesvorsitzende von "IN VIA Deutschland", dem katholischen Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit. Gilles ist nicht verheiratet und hat keine Kinder.

Zu den innerkirchlichen Themen der diesjährigen Frühjahrs-Vollversammlung gehören die Frage der Missbrauchsaufarbeitung, der Fortschritt des katholischen Reformdialogs Synodaler Weg und die theologische Debatte über die wechselseitige Teilnahme von Katholiken und Protestanten an Abendmahl und Eucharistie der jeweils anderen Konfession. Zur gesellschaftlichen Diskussion über Sterbehilfe kündigte Bätzing für Mitte April eine erneute Stellungnahme der Bischofskonferenz an. Bätzing sagte, die Position der katholischen Kirche zur Frage des assistierten Suizids sei klar. Sie lehnt die Möglichkeit der Suizidassistenz ab.

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