Papst fordert Schuldenerlass und Impfstoff für Entwicklungsländer

Papst fordert Schuldenerlass und Impfstoff für Entwicklungsländer

Papst Franziskus hat beim Neujahrsempfang für das beim Heiligen Stuhl akkreditierte diplomatische Corps mit Blick auf die Corona-Krise einen Schuldenerlass und die Bereitstellung von Impfstoffen für arme Länder gefordert. Die überhöhte Schuldenlast verhindere deren Erholung und Entwicklung, sagte er am Montag Vatikanangaben zufolge in einer der traditionell wichtigsten programmatischen Ansprachen des Jahres. Die Pandemie habe überdies Schwächen des multilateralen Systems deutlich gemacht, betonte er im Hinblick auf den internationalen Wettbewerb um den Zugang zu Impfstoffen.

Die Pandemie habe die Lage von Flüchtlingen verschärft, beklagte das Kirchenoberhaupt bei dem Treffen in der Benediktionsaula des Apostolischen Palasts. Infolge von Grenzschließungen seien diese auf immer gefährlichere Routen ausgewichen. Unter Anspielung auf Boote, die auf dem Weg von der türkischen Küste nach Griechenland abgefangen werden, beklagte er einen Anstieg von illegalen Zurückweisungen.

Das Kirchenoberhaupt erinnerte daran, dass derartige Versuche, Migranten daran zu hindern, Asyl zu beantragen, einen Verstoß gegen den Grundsatz der Nichtzurückweisung darstellen. "Viele werden abgefangen und in Sammel- und Inhaftierungslager zurückgeschickt, wo sie Folter und Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind".

Während er an Konflikte unter anderem im Südsudan, Syrien und Myanmar erinnerte, warnte der Papst zugleich vor einer Finanz- und Staatskrise im Libanon. Ohne rasche wirtschaftliche Erholung und einen umgehenden Wiederaufbau drohe ein Bankrott des Landes, der "gefährliche fundamentalistische Strömungen zur Folge haben könnte".

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