Pensionierte Richterin wird Vorsitzende der Unabhängigen Kommission

Pensionierte Richterin wird Vorsitzende der Unabhängigen Kommission

Auf der ersten Sitzung der für die katholische Kirche zuständigen Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) ist die pensionierte Kölner Richterin Margarete Reske zur Vorsitzenden gewählt worden. Die Sitzung hatte bereits am Mittwoch als Videokonferenz stattgefunden, wie die Unabhängige Kommission am Freitag in Bonn mitteilte. Margarete Reske war bis zu ihrer Pensionierung Vorsitzende Richterin am Oberlandesgericht Köln. Zu ihrem Stellvertreter bestimmte die Kommission Ernst Hauck, ehemaliger Vorsitzender des 1. Senats des Bundessozialgerichts. Die UKA nimmt Anträge von Betroffenen sexualisierter Gewalt entgegen und entscheidet über die Höhe der Leistungen.

Im Sinne von Betroffenen sexualisierter Gewalt sei ein zügiger und effizienter Arbeitsmodus verabredet worden, damit erste Auszahlungen schnell veranlasst werden könnten, teilte die UKA mit. Die Bischofskonferenz hatte zum 1. Januar 2021 die Anerkennungsleistungen neu geregelt. Die neue Verfahrensordnung löste das bisherige, seit 2011 praktizierte Verfahren zur materiellen Anerkennung erlittenen Leids ab. Personen, die als minderjährige oder erwachsene Schutzbefohlene sexuellen Missbrauch erlebt haben, können sich zunächst an die unabhängigen Ansprechpersonen einer (Erz-)Diözese wenden. Der Antrag wird dann von der Ansprechperson oder der Diözese an die UKA weitergeleitet. Betroffene sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche können Leistungen beantragen, auch wenn sie bereits zuvor Gelder erhalten haben.

Die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen ist ein interdisziplinär besetztes Gremium aus sieben Fachleuten aus den Bereichen Recht, Medizin und Psychologie. Die Mitglieder stehen in keinem Anstellungsverhältnis mit der katholischen Kirche und arbeiten weisungsunabhängig.