Adveniat fordert von Biden neue Lateinamerikapolitik der USA

Adveniat fordert von Biden neue Lateinamerikapolitik der USA

Das katholische Hilfswerk Adveniat fordert von der künftigen US-Regierung eine Neuausrichtung der Lateinamerikapolitik. Die Rechte der lateinamerikanischen Migranten dürften "nicht länger mit Füßen getreten werden", sagte der Hauptgeschäftsführer von Adveniat, Michael Heinz, am Montag in Essen. Es sei wichtig, dass von der neuen US-Administration ein Signal gegen Populismus, nationalen Egoismus, Abschottung und Rassismus ausgehe.

Mit Blick auf das Vorgehen von Sicherheitskräften in Guatemala gegen den Migrantentreck aus Honduras erklärte die Adveniat-Referentin Inés Klissenbauer, mit Gewalt werde man die verzweifelten Menschen nicht stoppen können. Stattdessen seien ein Politikwechsel in Honduras und den USA sowie internationale Hilfe nötig. Das Recht auf Migration sei zu respektieren, betonte Klissenbauer.

Guatemaltekische Polizisten und Soldaten hatten am Sonntag eine Karawane von mehreren tausend honduranischen Migranten mit Tränengas und Schlagstöcken gestoppt. Zu dem Einsatz kam es, nachdem ein Teil der Honduraner versucht hatte, die Reihen der Sicherheitskräfte zu durchbrechen.

Vergangene Woche hatten sich Tausende Migrantinnen und Migranten, unter ihnen auch Jugendliche und Familien mit Kleinkindern, aus Honduras auf den Weg Richtung USA gemacht. Sie flüchten vor Armut, Gewalt und den Folgen zweier Hurrikans. Hunderttausende Menschen wurden nach Angaben von Adveniat obdachlos. Von seinen Projektpartnern vor Ort höre das Hilfswerk, dass sie sich auf höhere Migrantenzahlen aus Honduras einstellten, hieß es weiter. Dies hänge offenbar auch mit dem bevorstehenden Regierungswechsel in den USA und der Hoffnung auf eine neue US-Migrationspolitik zusammen, sagte Klissenbauer.

Adveniat-Chef Heinz verlangte von der künftigen US-Regierung unter Joe Biden unter anderem, dass Millionen in den USA lebende Migranten aus Lateinamerika gültige Papiere erhalten müssten. "Nie wieder dürfen tausende Kinder von ihren Eltern an der Grenze getrennt werden", appellierte der katholische Pater. Kein Mensch sei illegal.

Bereits vor zwei Jahren hatte einer der zahlreichen Migrantentrecks aus Honduras Richtung USA weltweite Beachtung gefunden. Die Menschen schafften es laut Adveniat damals allerdings nur bis in die nordmexikanische Grenzstadt Tijuana. Der Versuch, die US-Grenze zu überwinden, scheiterte. Der abgewählte US-Präsident Donald Trump hatte den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko weiter vorangetrieben, um illegale Einwanderung in die USA zu verhindern.

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