Neuer Garnisonkirchturm soll dieses Jahr fast 60 Meter hoch werden

Neuer Garnisonkirchturm soll dieses Jahr fast 60 Meter hoch werden
17.01.2021
epd-Gespräch: Yvonne Jennerjahn
epd

Der neue Potsdamer Garnisonkirchturm soll in diesem Jahr etwa zwei Drittel seiner einstigen Höhe von knapp 90 Metern erreichen. Die Bauarbeiten seien seit dem Start 2017 "bis auf die zeitlichen Verzögerungen bei den Gründungsarbeiten termingerecht gut vorangekommen", sagte Wieland Eschenburg vom Vorstand der Garnisonkirchenstiftung dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Potsdam. Inzwischen sei der Rohbau des neuen Turms 27 Meter hoch.

Im Lauf der zweiten Jahreshälfte würden voraussichtlich 57 Meter Höhe im Bereich der Aussichtsplattform erreicht, sagte Eschenburg: "Ein sichtbares Zeichen der zu erwartenden Höhe wird der Austausch des Baustellenkrans jetzt Ende Januar sein." Dessen Höhe werde nahezu verdoppelt. Größere Beeinträchtigungen bei den Arbeiten durch die Coronavirus-Pandemie habe es bisher bei den Bauarbeiten nicht gegeben.

"Wir setzen alles daran, dass wir einen Baufortschritt erreichen, der es ermöglicht, dass wir den Turm im Spätsommer 2022 zur Vorbereitung für die Nutzung übernehmen können", sagte Eschenburg: "Das setzt natürlich voraus, dass wir keine Beeinträchtigungen durch Witterung, weitere Preissteigerungen, Materialengpässe und so weiter erleben müssen und dass alle Kolleginnen und Kollegen der beteiligten Gewerke, Planer und Projektbetreuer weiterhin nicht durch Corona aus den geplanten Abläufen herausgerissen werden."

Als Gesamtkosten würden derzeit rund 44 Millionen Euro veranschlagt, sagte Eschenburg. Davon will der Bund mehr als 20 Millionen Euro beisteuern. "Es fehlen noch gut vier Millionen Euro, um insbesondere baulichen Schmuck, Glockenspiel und Läuteglocken finanzieren zu können", sagte Eschenburg. Die Stiftung sei jedoch derzeit wie andere "von Preissteigerungen und teilweise gegenüber den kalkulierten Leistungsverzeichnissen absurd erscheinenden Angeboten betroffen".

Die Stiftung bemühe sich zudem deutlich zu machen, "dass wir eben nicht in der geschichtsvergessen Ecke stehen, in die manch ein unreflektierter kritischer Begleiter uns gern wider besseren Wissens stellen möchte", sagte Eschenburg: "Wir wollen die gesamte Geschichte des Ortes erzählen." Fragen der "kritischen Begleiter nehmen wir ernst, denn aus kritischen Hinweisen können wir nur lernen". Der Wiederaufbau des Turms ist vor allem wegen der Geschichte der preußischen Militärkirche in der NS-Zeit umstritten.

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