Anklage nach Angriff auf jüdischen Wirt in Chemnitz

Anklage nach Angriff auf jüdischen Wirt in Chemnitz

Fast zweieinhalb Jahre nach dem Angriff auf einen jüdischen Wirt in Chemnitz hat die Generalstaatsanwaltschaft Anklage gegen einen 29-Jährigen erhoben. Ihm werde vorgeworfen, am späten Abend des 27. August 2018 gegen den Wirt eines jüdischen Restaurants Schottersteine und eine Bierflasche geworfen zu haben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag in Dresden mit. Es werde von einer rechtsextremen Tatmotivation ausgegangen.

Aus einer Gruppe mit mindestens neun weiteren Personen heraus sei es auch zu antisemitischen Beschimpfungen gekommen. Vorangegangen waren in der Stadt Demonstrationen im Zusammenhang mit einem getöteten Chemnitzer, an denen gewaltbereite Rechtsextremisten teilgenommen hatten.

Der vorbestrafte Tatverdächtige aus dem niedersächsischen Landkreis Stade habe sich bislang nicht zur Sache eingelassen. Er muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Landfriedensbruch in einem besonders schweren Fall und mit Sachbeschädigung verantworten. Die Anklage wurde zum Amtsgericht Chemnitz erhoben.

Einer der Schottersteine hatte den Wirt an der Schulter getroffen, wodurch er mehrere Tage Schmerzen hatte. Weitere Steinwürfe führten zu Sachbeschädigungen an dem Restaurant. Der verursachte Sachschaden beträgt laut Generalstaatsanwaltschaft 500 Euro.

Im Falle einer Verurteilung droht dem Beschuldigten eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Da die antisemitische Beleidigung dem Angeschuldigten nicht zweifelsfrei zugeordnet werden könne, wurde diesbezüglich keine Anklage gegen ihn erhoben.

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