Diakonie: Essensgeld für bedürftige Kinder direkt auszahlen

Diakonie: Essensgeld für bedürftige Kinder direkt auszahlen

Die Diakonie fordert einen finanziellen Ausgleich für Kinder aus einkommensarmen Familien, wenn das kostenlose Mittagessen in der Schule wegen des Corona-Lockdowns ausfällt. Der im Gesetz vorgesehene Betrag für das Schulessen müsse Kindern auch bei Schulschließungen und bei digitalem Unterricht zur Verfügung stehen, erklärte der evangelische Wohlfahrtsverband am Montag in Berlin.

"Kinder, die in Armut leben, müssen auch dann zu Mittag essen, wenn sie im Lockdown nicht in der Schule sind und zu Hause lernen", sagte Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland. Die gesetzlichen Regelungen sehen vor, dass bei einem Corona-bedingten Ausfall des Präsenzunterrichts die Familien nicht das Essensgeld bekommen, sondern das Essen an die Kinder nach Hause geliefert wird. "Diese Regelung geht völlig an der Realität vorbei und klappt überhaupt nicht", sagte Loheide. "Kein Schul-Caterer beliefert Kinder einzeln zu Hause."

Statt dieses Problem vernünftig zu lösen, bleibe die Bundesregierung Antworten schuldig, kritisierte Loheide. In der Regierungsantwort auf eine kleine Anfrage der FDP werde lediglich festgestellt, der Bundesregierung lägen dazu keine Informationen vor, weil das Bildungs- und Teilhabepaket Ländersache sei. Der FDP-Abgeordnete Pascal Kober, der die Anfrage gestellt hatte, sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd): "Alles deutet darauf hin, dass die Versorgung mit Mittagessen nicht funktioniert."