"Tag des brandverletzten Kindes": Verein ruft zur Vorsicht auf

"Tag des brandverletzten Kindes": Verein ruft zur Vorsicht auf

Anlässlich des "Tages des brandverletzten Kindes" an diesem Montag hat die Organisation "Paulinchen" zu mehr Vorsicht im Umgang mit Heißgetränken aufgerufen. "Ein Heißgetränk kann bei einem Kleinkind drittgradige Verbrennungen mit bleibenden Narben verursachen", sagte die Vereinsvorsitzende Susanne Falk dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Norderstedt bei Hamburg.

Die Gefahr einer Verbrennung lasse sich senken, wenn Eltern darauf achten, beispielsweise nichts Heißes zu essen, wenn ein Kind auf dem Schoß sitzt. Sie sollten außerdem Heißgetränke nicht an den Rand des Tisches oder auf den Boden stellen. Auch könne man bevorzugt auf den hinteren Herdplatten kochen und die Griffe von Töpfen und Pfannen routinemäßig nach hinten drehen, sagte die Vorsitzende der Organisation. Gerade bei thermischen Unfällen seien Säuglinge und Kleinkinder mit rund zwei Drittel der Verletzungsopfer die Hauptrisikogruppe.

Zwar lasse sich nicht jeder Brandunfall mit Kindern verhindern. "Aber man weiß heute, dass man etwa 60 Prozent aller Unfälle durch Prävention vermeiden könnte", sagte Falk. Deshalb setze der Verein darauf, Eltern und Kinder mit Beratungsangeboten und Infomaterial für das Thema zu sensibilisieren.

Für Eltern, deren Kind Opfer eines Unfalls geworden ist, bietet der Verein eine kostenlose Hotline für die erste Zeit nach dem Unfall an. Er vermittelt auf das Thema spezialisierte Psychologen und richtet Seminare aus, in denen betroffene Familien ihre Erlebnisse verarbeiten können. "Diese schweren Unfälle sind nicht nur für das betroffene Kind lebenseinschneidend, sondern sie traumatisieren die ganze Familie und alle am Unfall beteiligten Personen", sagte Falk.

Der Verein Paulinchen wurde 1993 von zwei Familien mit brandverletzten Kindern gegründet. An den Nachsorgeseminaren haben nach den Angaben bereits 530 Familien teilgenommen. Laut Verein werden jedes Jahr mehr als 30.000 Kinder Opfer einer Verbrennung oder Verbrühung. Mehr als 7.000 davon müssen stationär versorgt werden.

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