Unicef: Mehr Kinder als je zuvor brauchen humanitäre Hilfe

Unicef: Mehr Kinder als je zuvor brauchen humanitäre Hilfe

Mehr Kinder als je zuvor brauchen laut den Vereinten Nationen aktuell humanitäre Hilfe. Die Corona-Pandemie habe Hunger und Krankheiten bei Millionen Mädchen und Jungen noch weiter verschlimmert, warnte Unicef in seinem am Donnerstag in Köln veröffentlichten Hilfsaufruf für 2021.

Unicef will im nächsten Jahr rund 300 Millionen Menschen in 149 Ländern helfen, darunter seien mehr als 190 Millionen Kinder. Das Hilfswerk bietet Impfungen und andere Gesundheitsdienste an, behandelt Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung, stellt sauberes Wasser bereit oder errichtet Schulen.

Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore erklärte, dass die Pandemie verbunden mit Konflikten, Klimawandel und Naturkatastrophen verheerende Folgen für Kinder habe. Sie rief Regierungen und andere Geber zur Unterstützung auf, um Kindern zu helfen und zu verhindern, dass eine verlorene Generation entstehe.

Insgesamt benötigt das Kinderhilfswerk nach eigenen Angaben für seine Nothilfeprogramme im nächsten Jahr 6,4 Milliarden US-Dollar (knapp 5,3 Milliarden Euro). Das entspreche einer Steigerung von 35 Prozent verglichen mit dem Nothilfeaufruf 2020.

Wegen der Pandemie und der Maßnahmen zu ihrer Eindämmung mussten laut Unicef mehr als 60 Länder ihre Impfprogramme unterbrechen. Noch immer seien mehr als 250 Millionen Mädchen und Jungen von Schulschließungen betroffen. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie hätten zudem die Armut verschlimmert.

Unicef verwies auch auf neue bewaffnete Konflikte wie in der Tigray-Region in Äthiopien und Naturkatastrophen wie die Wirbelstürme in Mittelamerika und Ostasien, die Hilfsmaßnahmen für Kinder erforderlich machten. Daneben dauerten andere Konflikte und humanitäre Krisen unvermindert an, von Afghanistan über den Südsudan und Syrien bis nach Venezuela.

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