Keine Vesper vor der Dresdner Frauenkirche

Keine Vesper vor der Dresdner Frauenkirche
Liveübertragung im Fernsehen - Gäste nicht zugelassen
Auch in den Kirchen wird es in diesem Jahr zu Weihnachten stiller zugehen als sonst. Gottesdienste sind mit Corona-Regelungen erlaubt, Konzerte dagegen komplett gestrichen. Auch die Dresdner Frauenkirche sucht nach neuen Wegen.

Die traditionelle Dresdner Frauenkirchen-Vesper am 23. Dezember findet erstmals seit 27 Jahren nicht unter freiem Himmel und zudem ohne Gäste statt. Der Gottesdienst werde aber vom MDR live aus dem Kirchenraum übertragen, sagte der Geschäftsführer der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche, Hans-Joachim Jäger, am Dienstag in Dresden. Wegen der Corona-Pandemie und damit verbundenen notwendigen Abstandregelungen sei eine Vesper auf dem Neumarkt mit Tausenden Besucherinnen und Besuchern nicht möglich.

In der Kirche hätten bei der MDR-Liveübertragung nur etwa 80 bis 100 Personen Platz nehmen können, begründete die Geschäftsführerin der Stiftung Frauenkirche Dresden, Maria Noth, zudem den Ausschluss der Öffentlichkeit vor Ort. Denn für die Mitwirkenden und die Übertragungstechnik müsse - wegen der Einhaltung der notwendigen Corona-Abstände - ausreichend Platz geschaffen werden.

Dennoch werde der Gottesdienst am Tag vor dem Heiligen Abend musikalisch gestaltet. Predigen wird Sachsens evangelischer Landesbischof Tobias Bilz. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) werde zu einem Grußwort erwartet.

Die Weihnachtliche Vesper findet seit 1993 alljährlich jeweils am 23. Dezember statt und wird von der Fördergesellschaft veranstaltet - bisher immer auf dem Neumarkt vor der berühmten Kirche. 2019 kamen rund 18.000 Menschen zu dem Open-Air-Gottesdienst.

"Die große Ausstrahlung", die immer wieder von der Vesper ausgehe, lasse die Organisatoren in diesem Jahr "mit einem tränenden Auge auf das Geschehen blicken", sagte Jäger. Die Fördergesellschaft der Frauenkirche Dresden organisiert und finanziert die beliebte Veranstaltung jährlich in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung Frauenkirche - in diesem Jahr zum 28. Mal. Sie werde alles daran setzen, dass die Vesper im nächsten Jahr wieder auf dem Neumarkt stattfinden kann, versprach Jäger.

Für den Heiligen Abend planen die Dresdner Kirchgemeinden wegen der Corona-Pandemie kürzere Angebote, dafür aber mehr, wie der Superintendent des Kirchenbezirkes Dresden-Mitte, Christian Behr, sagte. Besucher müssten sich zuvor anmelden beziehungsweise Platzkarten erwerben.

Was in den Dresdner Kirchen zu Weihnachten ganz konkret stattfinden kann, hänge allerdings von der Entwicklung der Infektionszahlen ab. Bei mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner je sieben Tage reduziere sich die Besucherzahl jeweils um die Hälfte.

Für die Kreuzkirche Dresden bedeute dies von zuvor 800 Gästen seien nur noch 400 zugelassen, sagte Behr. In der Frauenkirche finden unter Corona-Auflagen 400 Menschen Platz, bei einer Inzidenz von mehr als 200 nur noch 200 Personen. Normalerweise hat die Frauenkirche 1.600 Sitzplätze, die Kreuzkirche 3.200.

Kirchenkonzerte, etwa Aufführungen des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach, müssen dagegen komplett ausfallen. Sie sind - wie alle anderen Konzerte auch - laut Corona-Schutzverordnung zunächst bis zum 28. Dezember untersagt. In den Gottesdiensten soll aber Musik in kleineren, angepassten Formaten erklingen. In Sachsen überschritten vergangene Woche zehn der insgesamt 13 Landkreise und kreisfreien Städte den Wert von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner je sieben Tage.

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