Schweizer Andreas Reize soll Leipziger Thomaskantor werden

Schweizer Andreas Reize soll Leipziger Thomaskantor werden

Der schweizerische Kirchenmusiker Andreas Reize soll neuer Leiter des Leipziger Thomanerchors werden. Darauf habe sich eine Auswahlkommission mit Vertretern von Stadt, Kirchen und Musikexperten am Montag verständigt, teilte die Leipziger Stadtverwaltung am Dienstag mit. Der Kommissionsvorsitzende, der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), werde dem Stadtrat die Personalie am 16. Dezember zur endgültigen Entscheidung vorlegen. Reize soll im September 2021 auf Thomaskantor Gotthold Schwarz (67) folgen, der am 30. Juni 2021 aus dem Amt scheidet.

Reize wurde 1975 im schweizerischen Solothurn geboren, studierte Kirchenmusik in Bern und Winterthur-Zürich, historische Aufführungspraxis in Basel und absolvierte ein Aufbaustudium Orchesterleitung in Luzern. Zurzeit leitet er den Angaben nach das Cantus Firmus Vokalensemble und das Cantus Firmus Consort-Orchester. Zudem ist er Musikdirektor der Oper Waldegg und leitet seit 2007 die "Singknaben der St. Ursenkathedrale Solothurn".

Jung erklärte, man erhoffe sich von Reize neue musikalische Impulse für die Stadt und die Bach-Interpretationen des Thomanerchors. "Seine umfassende Ausbildung und seine bisherigen Erfahrungen eröffnen neue Perspektiven für die kommenden Jahre", sagte Jung.

Der 1212 gegründete Thomanerchor ist einer der bekanntesten Knabenchöre der Welt und die älteste musikalische Institution in Leipzig. Zusätzliche Berühmtheit erlangte der Chor durch das Engagement von Barockkomponist Johann Sebastian Bach (1685-1750), der im 18. Jahrhundert 27 Jahre lang als Leipziger Thomaskantor wirkte.

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