Digitalisierung: Aktion Mensch warnt vor Ausgrenzung Behinderter

Digitalisierung: Aktion Mensch warnt vor Ausgrenzung Behinderter

Die Digitalisierung kann laut der Aktion Mensch für Menschen mit Behinderung zu einer zunehmenden Ausgrenzung führen. Nur wer Zugang zu der Technologie habe und damit umzugehen wisse, könne auch an den digitalen gesellschaftlichen Prozessen teilnehmen, erklärte die Sozialorganisation am Dienstag in Bonn mit Blick auf eine nicht-repräsentativen Studie zu Inklusion und Digitalisierung. Die Ergebnisse zeigten, dass es mitunter an "digitaler Barrierefreiheit" bei der Entwicklung von Tools sowie Programmen fehle und an der Bereitschaft von Unternehmen, in die Einrichtung barrierefreier Arbeitsplätze und deren technischer Ausrüstung zu investieren.

Gleichwohl biete die Digitalisierung auch große Potenziale für das Thema Inklusion, hieß es. Durch die zunehmende Relevanz digitaler Formate hätten behinderte Menschen grundsätzlich mehr Möglichkeiten zur Partizipation. So ermöglichten digitale Lösungen flexibles und ortsungebundenes Arbeiten und Lernen auch für Menschen, die weniger mobil seien. Digitale Plattformen wie Youtube oder Instagram förderten Vernetzung und Engagement sowie Sichtbarkeit und Positionierung - und stärkten so die Selbstvertretung von Menschen mit Behinderung in der Öffentlichkeit.

Die aktuelle Corona-Pandemie habe gezeigt, dass soziale und digitale Teilhabe zunehmend miteinander verschmölzen. "Unsere Studie zeigt, dass eine chancengerechte Teilhabe aller nur dann möglich ist, wenn digitale Barrierefreiheit konsequent durchgesetzt wird", erklärte die Leiterin der Aufklärung bei der Aktion Mensch, Christina Marx.

In die Studie flossen Einschätzungen von zwölf Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Politik sowie Erfahrungen von 43 Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen ein. Die Interviews wurden im Herbst 2019 geführt. An der Untersuchung war auch das Sinus-Institut beteiligt.

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