NRW-Bistümer lassen Präventionsarbeit wissenschaftlich untersuchen

NRW-Bistümer lassen Präventionsarbeit wissenschaftlich untersuchen

Die fünf katholischen Bistümer in Nordrhein-Westfalen wollen ihre Präventionsarbeit gegen sexuellen Missbrauch wissenschaftlich prüfen lassen. Das Katholische Büro in Düsseldorf habe als Vertretung der Bistümer die Ausschreibung zu dem Forschungsprojekt jetzt veröffentlicht, teilte das Bistum Münster am Montag mit. Ziel sei es, die Wirksamkeit der seit zehn Jahren praktizierten kirchlichen Präventionsarbeit untersuchen zu lassen. Für die Studie sollen die Forscher Zugang zu kirchlichen Kindertagesstätten, Schulen, Kirchengemeinden und Jugendverbänden erhalten sowie zu Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und Einrichtungen der Alten-, Behinderten- und Gesundheitshilfe.

Verantwortlich für das Evaluationsprojekt sind den Angaben zufolge die Bistümer Aachen, Essen und Münster sowie die Erzbistümer Köln und Paderborn. Die Bistümer arbeiteten seit 2010 auf den gleichen gesetzlichen Grundlagen zur Prävention sexualisierter Gewalt in kirchlichen Einrichtungen, hieß es. Diese Grundlagen seien die Rahmenordnung Prävention der Deutschen Bischofskonferenz sowie die gemeinsam erarbeiteten Präventionsordnungen der Bistümer. Nach einer Beauftragung durch die Generalvikare der fünf Bistümer könne das Forschungsprojekt ab März 2021 starten.

Nach zehn Jahren Prävention habe in der Alltagspraxis von Pfarreien und Einrichtungen eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen der sexualisierten Gewalt stattgefunden, erklärte die Präventionsbeauftragte im Bistum Münster, Beate Meintrup. Es gebe jedoch bisher wenig empirische Daten darüber, wie wirksam einzelnen Faktoren der Prävention seien.

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