Weihnachten in Corona-Zeiten: Ruf nach besonderer Vorsicht und Tests

Weihnachten in Corona-Zeiten: Ruf nach besonderer Vorsicht und Tests
Wie kann das Weihnachtsfest unter Corona-Bedingungen gelingen? Politiker und Wissenschaftler wollen Familienbesuche ermöglichen, aber dem Virus keine Chance geben. Schnelltests für daheim und besondere Vorsicht vor dem Fest zählen zu den Forderungen.

Vor dem Bund-Länder-Treffen zu den Corona-Maßnahmen für die nächsten Wochen rückt Weihnachten in den Blickpunkt. Ziel müsse es sein, ein Weihnachtsfest zu feiern, das diesem Anspruch nahekommt, erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Sonntag im Deutschlandfunk. Dies sei aber nur zu schaffen, wenn die Infektionszahlen in den nächsten Wochen nachhaltig gesenkt würden. "Wir brauchen mutige Entscheidungen jetzt", betonte der Minister.

"Um ein schönes Weihnachten verbringen zu können, müssen wir den Lockdown verlängern und sicher auch vertiefen", zeigte sich der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in der "Bild am Sonntag" überzeugt. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte der "Welt am Sonntag": "Es wird wohl das härteste Weihnachten, das die Nachkriegsgeneration je erlebt hat." Es brauche nun Wege, wie ein "verantwortliches Weihnachten" begangen werden könne.

Auch Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) setzt darauf, das Weihnachten im Familienkreis gefeiert werden kann. "Es ist für mich nicht vorstellbar, dass die Großeltern an Weihnachten nicht mitfeiern", sagte Braun dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Samstag). Die Bürger sollten vorher besonders vorsichtig sein und ihre Kontakte reduzieren. Das sei wichtiger als die Anzahl der Menschen, die zusammenkommen.

Der Virologe Alexander Kekulé forderte auch mit Blick auf das Weihnachtsfest die schnellstmögliche Zulassung von Corona-Antigentests für die private Nutzung. Die Schnelltests für jedermann könnten viel Freiheit und Sicherheit bringen, sagte Kekulé der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). "Zweitens sollten die Weihnachtsferien bundesweit eine Woche vor dem 24. Dezember beginnen. Dadurch würde man auch die außerschulischen Kontakte deutlich reduzieren."

Kekulé betonte, es sei entscheidend, "dass an Weihnachten und Silvester Vernunft herrscht und katastrophale Massenausbrüche verhindert werden". Warnungen, bei Rachenabstrichen von Laien würden Tausende von Infizierten womöglich unentdeckt bleiben, bezeichnete Kekulé wörtlich als "Quatsch". Ein Abstrich sei so einfach wie Zähneputzen. Wer sich den Selbsttest nicht zutraue, sollte sich in jeder Apotheke schnelltesten lassen können, sagte der Professor der Universität Halle-Wittenberg.

Der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) forderte die Politik auf, angemessene Pläne für Weihnachten in der Pandemie zu entwickeln. Es gehe um Kompromisse zwischen Hygienevorschriften und erwünschter Nähe, sagte Beckstein, der viele Jahre Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) war, dem "Spiegel".

Am kommenden Mittwoch berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erneut mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Bundesländer über das weitere Vorgehen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. In der vergangenen Woche hatten sie dabei eine Strategie für den gesamten Winter, also auch über Weihnachten, in Aussicht gestellt.

epd lnb/svo

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