Käßmann kritisiert Häme bei Corona-Erkrankungen Prominenter

Käßmann kritisiert Häme bei Corona-Erkrankungen Prominenter

Margot Käßmann hat spöttische Kommentare in sozialen Medien über Corona-Erkrankungen wie die des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) scharf kritisiert. Auch bei der Erkrankung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump sei Schadenfreude nicht angemessen gewesen, sagte die frühere hannoversche Landesbischöfin und ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Da haben Menschen jeden Anstand verloren, und das finde ich beunruhigend. Bei Erkrankungen sind Genesungswünsche angesagt."

Der Ton habe sich in den vergangenen zehn Jahren derartig verändert, dass solche Respektlosigkeit im Netz verbreitet werde, sagte Käßmann. Es sei bedrückend, wenn Menschen über eine schwere Erkrankung wie Corona Witze machten und sich hämisch äußerten. "Das ist wirklich erschütternd."

Die Theologin betonte, die Häme könne nicht so stehen bleiben. "Dieser Rotzigkeit, dieser menschenverachtenden Sprache muss entgegengetreten werden." Sie finde es daher gut, das inzwischen in fast organisierter Form Leute auf Internet-Plattformen aktiv seien und an den Sinn für die Menschlichkeit appellierten.