Dachverband: Kitaschließungen sind Aktionismus

Dachverband: Kitaschließungen sind Aktionismus

Der Deutsche Kitaverband hat die Schließung von Kinderbetreuungseinrichtungen im Zuge des weitgehenden Lockdowns im Berchtesgadener Land als Aktionismus kritisiert. Die Bundesvorsitzende Waltraud Weegmann verwies am Mittwoch in Stuttgart darauf, dass von Kindern bis zum Alter von zehn Jahren kein Infektionsrisiko ausgehe. Diese Ansicht verträten auch die Bundesminister Franziska Giffey (SPD) und Jens Spahn (CDU). Deshalb dürften Kitas, Horte und Tagespflegestellen auch bei einem regionalen Lockdown nicht geschlossen werden, sagte Weegmann.

Kinder dürften nicht weiterhin dem Aktionismus geopfert werden, sagte die Verbandschefin: "Wir fragen uns, wann diese Erkenntnis endlich Einzug in die tatsächlichen Entscheidungen der Verantwortlichen hält." Ziel müsse es sein, dort einzugreifen, wo die Infektionen seien. Und das seien nicht die Kitas. "Das Wohl des Kindes muss bei politischen Entscheidungen im Vordergrund stehen", appellierte Weegmann, die mit ihrem Träger mehr als 40 Kitas in drei Bundesländern betreibt: "Wir brauchen ein klares politisches Bekenntnis dazu, Kitas künftig von coronabedingten Schließungen auszunehmen."

Seit Dienstag sind im Berchtesgadener Land die verschärften Regeln einer neuen Allgemeinverfügung in Kraft, die bis zum 2. November gilt. Erstmals seit Ende April wurden in einem bayerischen Landkreis wieder alle Schulen, Kindergärten, Krippen und Horte geschlossen. Lediglich eine Notbetreuung soll es laut Landratsamt noch geben.

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