Ein Jahr nach Anschlag: Jüdische Gemeinde Halle feiert Jom Kippur

Ein Jahr nach Anschlag: Jüdische Gemeinde Halle feiert Jom Kippur

Das diesjährige jüdische Jom-Kippur-Fest stand am Montag in Halle auch im Zeichen der Erinnerung an den antisemitischen Anschlag auf die Synagoge in der Stadt vor rund einem Jahr. Der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Friedrich Kramer, unterstützte die Gebete, um "ein deutliches Zeichen der Solidarität und Freundschaft" zu setzen. "Wir verstehen uns als Freunde und Unterstützer", sagte Kramer am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Halle. "Wir sind verbunden im Gebet zu Gott." Neben Kramer nahm auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) an dem Feiertag in Halle teil. Aufgrund der Corona-Einschränkungen fanden die Gebete in diesem Jahr nicht in der Synagoge statt.

Jom Kippur gilt als jüdischer Buß- und Bettag. Der sogenannte Versöhnungstag ist der höchste jüdische Feiertag, für viele Juden der heiligste Tag im Jahr. Vor rund einem Jahr, als Jom Kippur auf den 9. Oktober fiel, verübte der Attentäter Stephan B. einen Anschlag auf die Synagoge in Halle. Er versuchte mit Sprengsätzen und Schusswaffen in die abgeschlossene Synagoge zu gelangen, um möglichst viele Juden zu töten. Zu dem Zeitpunkt hielten sich dort 52 Gläubige auf. Schließlich erschoss der Attentäter vor der Synagoge eine 40 Jahre alte Passantin und in einem nahe gelegenen Döner-Imbiss einen 20 Jahre alten Mann. Die Bundesanwaltschaft hat B. wegen Mordes in zwei Fällen, versuchten Mordes in mehreren Fällen sowie weiterer Straftaten angeklagt. Seit Ende Juli läuft der Prozess vor dem Oberlandesgericht Naumburg.

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