Ethikratsvorsitzende lobt Solidarität in der Corona-Krise

Ethikratsvorsitzende lobt Solidarität in der Corona-Krise

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alina Buyx, lobt die Solidarität der Deutschen in der Corona-Krise. "Das ist eine enorme Leistung, wie alle Menschen ihr Leben verändert haben über die letzten Monate", sagte sie am Dienstagabend in den ARD-"Tagesthemen". Aber das sei anstrengend, "für alle", fügte sie hinzu. Daher sei es gerade mit Blick auf den Herbst wichtig, weiterhin verhältnismäßig auf die Corona-Pandemie zu reagieren. Alle Maßnahmen müssten so kurz wie möglich und so präzise wie möglich umgesetzt werden.

Inzwischen gebe es eine "ganz andere Situation als im Frühjahr". Es werde auf regionale Anstiege der Infektionszahlen reagiert, die jeweiligen zeitlich begrenzten Maßnahmen würden von den meisten Menschen akzeptiert und seien wirksam. Buyx erwartet daher bundesweite massive Kontaktbeschränkungen kein zweites Mal. Aus ethischer Perspektive wäre das auch nicht verhältnismäßig, fügte sie hinzu. Auch wenn die Infektionszahlen derzeit steigen, habe man in den vergangenen Monaten viel gelernt und könne regional reagieren und zudem die Erkrankungen besser behandeln.

Der Ethikrat hatte am Dienstag mit Verweis auf die unsicheren medizinischen Erkenntnisse einstimmig davon abgeraten, gegenwärtig Ausweise über eine Immunität gegen das Covid-19-Virus einzuführen. Gespalten ist das Gremium aber, was einen längerfristigen Umgang mit Immunitätsbescheinigungen angeht, wie aus der Stellungnahme hervorgeht.

Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Erwin Rüddel (CDU), kritisierte das geteilte Votum. "Ich hätte mir gewünscht, man hätte einen Kompromiss gefunden. Denn der Kompromiss ist die Stärke unserer Demokratie", sagte er dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Mittwoch). Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach indes sagte dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland": "Auf der Habenseite ist, dass es keine Empfehlung für einen Immunitätsausweis gibt." Das reiche ihm zunächst.

epd kfr

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