Weimar wird die 700. deutsche "Fairtrade-Stadt"

Weimar wird die 700. deutsche "Fairtrade-Stadt"

Weimar in Thüringen wird die 700. "Fairtrade-Stadt" in Deutschland. Mittlerweile lebe über die Hälfte der Bundesbürger in einer solchen "Fairtrade-Stadt", erklärte der Verein TransFair bei der Bekanntgabe der Auszeichnung am Montag in Köln. Der Weimarer Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) kündigte an, den fairen Handel "mit aller Kraft voranzutreiben". Offiziell wird der Titel bei einer Feier am Mittwoch verliehen.

Seit mehr als zehn Jahren könnten sich Kommunen in Deutschland im Rahmen der "Fairtrade-Towns-Kampagne" für einen gerechteren Welthandel einsetzen, erläuterte TransFair. Städte und Gemeinden gehörten zu den wichtigsten Einkäufern im öffentlichen Raum. Wenn Städte soziale und ökologische Kriterien berücksichtigten, "ändert das die Nachfrage am Markt gewaltig", sagte der TransFair-Vorsitzende Dieter Overath. Schätzungen zufolge geben Kommunen in Deutschland jährlich etwa 175 Milliarden Euro für die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen aus.

Voraussetzungen für den Titel "Fairtrade-Stadt" sind unter anderem, dass in Stadtratssitzungen fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt wird und lokale Geschäfte und Restaurants Produkte aus fairem Handel anbieten. Schulen, Vereine und Kirchen sollen Informations- und Bildungsaktivitäten zu fairem Handel umsetzen. Zudem sollen "Fairtrade-Städte" eine Koordinierungsgruppe zum Thema aus Vertretern von Stadtverwaltung, Einzelhandel und lokalen Eine-Welt-Initiativen gründen. Der Titel "Fairtrade-Stadt" wird zunächst für zwei Jahre verliehen, dann werden die Kriterien erneut überprüft.

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