Flüchtlingsrat: Pandemie hat verheerende Folgen auf Vertriebene

Flüchtlingsrat: Pandemie hat verheerende Folgen auf Vertriebene

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie haben einer Umfrage zufolge verheerende Auswirkungen auf Vertriebene und Bewohner von Konfliktregionen. Nach einer Untersuchung des Norwegischen Flüchtlingsrates in Konfliktländern wie Libyen und Venezuela sowie Aufnahmeländern wie Uganda und Jordanien haben 77 Prozent der Befragten Einkommen eingebüßt seit Beginn der Pandemie, wie die Hilfsorganisation am Montag mitteilte. 71 Prozent sagten, sie hätten Probleme, für ihre Unterkunft zu zahlen, und 70 Prozent mussten demnach die Zahl der Mahlzeiten in ihrem Haushalt reduzieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihre Kinder zur Schule schicken können, ging bei 73 Prozent der Befragten zurück.

Für seinen Bericht befragte das Flüchtlingshilfswerk Vertriebene und von Gewalt betroffene Menschen in Afghanistan, Kolumbien, Irak, Kenia, Libyen, Mali, Uganda und Venezuela. Zudem recherchierten die Autorinnen und Autoren in Somalia, dem Kongo, dem Libanon, Jordanien, Burkina Faso und dem Jemen.

Die am meisten Benachteiligten Menschen der Welt befänden sich in einer gefährlichen Abwärtsspirale, erklärte der Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrates, Jan Egeland: "Nachdem sie aufgrund von Gewalt zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen wurden, oftmals mit eingeschränktem Zugang zu Arbeit oder staatlichen Dienstleistungen, drängen sie die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie in eine Katastrophe." Sie spürten die Folgen die Reiseeinschränkungen, die Schließung von Märkten und Geschäften sowie die allgemeine Verschlechterung der Wirtschaftslage.

Obwohl Geber und internationale Finanzinstitutionen ihre Hilfe aufgestockt hätten, sei diese noch lange nicht so hoch wie nötig. Bis September seien die Hilfsappelle der Vereinten Nationen für 2020 lediglich zu 23 Prozent finanziert gewesen. Zudem sei mehr in das Gesundheitswesen investiert worden als in Programme gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen. Die reichen Länder und die Finanzinstitutionen müssten ihren Fokus auf die Vertriebenen und die Menschen in Konfliktregionen lenken, forderte Egeland. "Wenn nicht schnellstmöglich gehandelt wird, wird diese Krise außer Kontrolle geraten", warnte er.

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