Boliviens Übergangspräsidentin Añez zieht Kandidatur zurück

Boliviens Übergangspräsidentin Añez zieht Kandidatur zurück

Boliviens Übergangspräsidentin Jeanine Añez ist aus dem Präsidentschaftswahlkampf ausgestiegen. Sie wolle damit eine Spaltung der Wählerstimmen zwischen den Kandidaten verhindern, sagte Añez am Donnerstag (Ortszeit) laut der Tageszeitung "La Prensa". Denn davon profitiere die Partei "Bewegung für den Sozialismus" (MAS) des ehemaligen Präsidenten Evo Morales, fügte die konservative Politikerin hinzu.

Laut einer aktuellen Umfrage führt der Kandidat der MAS, Ex-Wirtschaftsminister Luis Arce, den Präsidentschaftswahlkampf mit zehn Prozentpunkten Vorsprung (29 Prozent) vor dem Zweitplatzierten Carlos Mesa (19 Prozent) von der Mitte-Rechts-Bewegung Comunidad Ciudadana an. Añez lag mit sieben Prozent abgeschlagen auf Platz vier der Kandidatenliste.

In Bolivien soll am 18. Oktober nach mehrmaligem Verschieben über ein neues Staatsoberhaupt und Parlament abgestimmt werden. Das südamerikanische Land ist seit der erzwungenen Rücktrittserklärung von Morales im November vergangenen Jahres ohne gewählte Regierung. Añez hatte das Machtvakuum genutzt und sich zur Übergangspräsidentin erklärt.

Morales will bei den Wahlen für ein Senatorenamt kandidieren, was ihm allerdings durch das Verfassungsgericht untersagt wurde. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass Morales seinen dauerhaften Wohnsitz nicht in Bolivien habe. Zunächst gewährte Mexiko Morales nach seinem Rücktritt politisches Asyl, jetzt hält er sich in Argentinien auf.

Die Opposition und internationale Wahlbeobachter hatten Morales Betrug bei der Präsidentenwahl vom 20. Oktober vergangenen Jahres vorgeworfen, aus der er als Sieger hervorging. Auf Druck des Militärs trat der Linkspolitiker im November zurück. Inzwischen hat Boliviens Justiz Haftbefehl gegen Morales erlassen. Ihm werden Terrorismus, Finanzierung von Terrorismus und Anstiftung zum Aufruhr vorgeworfen. Morales weist die Vorwürfe zurück.

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