Weitere Zeugenvernehmungen im Prozess gegen Synagogen-Attentäter

Weitere Zeugenvernehmungen im Prozess gegen Synagogen-Attentäter

Im Prozess gegen den Attentäter von Halle sind am Mittwoch weitere Zeugen aus der Synagoge angehört worden. Eine 25-Jährige sagte vor dem in Magdeburg tagenden Oberlandesgericht Naumburg, in ihr sei das generationsübergreifende Trauma der Schoa, des Terroranschlags vom 11. September 2001 auf das World Trade Center und jetzt das Trauma des Anschlags vom 9. Oktober 2019 in Halle. Sie sei sechs Jahre alt gewesen, als ihr im World Trade Center arbeitender Vater verändert nach Hause gekommen sei. Jetzt habe Halle sie verändert, sagte die junge Frau.

Zu Beginn des 13. Prozesstages wies die Vorsitzende Richterin Ursula Mertens noch einmal darauf hin, dass Applaus im Gerichtssaal nicht geduldet werden könne. In den vergangenen Prozesstagen hatte es immer wieder teilweise lauten Beifall für die Zeugen gegeben, zuletzt am Dienstag für den Betreiber des Döner-Imbisses, der zum zweiten Tatort geworden war. Für die beiden Jüdinnen, die am Mittwoch als Zeugen geladen waren, standen daher Nebenkläger und Publikum auf, um ihre Unterstützung zu signalisieren.

Der Angeklagte Stephan B. hatte am 9. Oktober 2019 aus einer antisemitischen und rassistischen Motivation heraus einen Anschlag auf die Synagoge in Halle verübt. Weil es ihm nicht gelang, mit Sprengsätzen und Schusswaffen in die Synagoge zu gelangen, erschoss er zunächst eine 40 Jahre alte Passantin und dann in einem nahe gelegenen Kiez-Döner einen 20-jährigen Mann. Die Bundesanwaltschaft hat B. wegen Mordes in zwei Fällen und versuchten Mordes in mehreren Fällen sowie weiteren Straftaten angeklagt.

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