Koalition ringt weiter um Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria

Koalition ringt weiter um Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria

Die Parteien der großen Koalition ringen weiter um eine konkrete Zusage für die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem abgebrannten Camp Moria auf der Insel Lesbos. Eine am Dienstag kursierende Zahl, wonach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bereit seien, 1.500 Schutzsuchende aufzunehmen, wurde zunächst weder von der Bundesregierung noch den Fraktionen bestätigt. Die Gespräche liefen noch, hieß es. Angestrebt wird demnach ein Kompromiss bis zur Kabinettssitzung am Mittwoch.

Die SPD hatte die Aufnahme von Flüchtlingen in einer höher vierstelligen Zahl gefordert, eine genaue Zahl aber nicht genannt. "Die konkreten Verhandlungen darüber finden innerhalb der Regierungskoalition von SPD, CDU und CSU statt, nicht über die Medien", erklärte der migrationspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Lars Castellucci.

Die Bundesregierung hatte in der vergangenen Woche zugesagt, unbegleitete Minderjährige aus Moria im Rahmen einer europäischen Aufnahmeaktion aufzunehmen. Von den 400 in Rede stehenden Minderjährigen soll bis zu 150 nach Deutschland kommen. In Moria sind insgesamt rund 13.000 Flüchtlinge durch den Brand des Lagers obdachlos geworden.

Kanzlerin Merkel hatte am Montag erklärt, Deutschland könne sicherlich einen "substanziellen Beitrag" bei der Aufnahme leisten. Sie betonte aber auch, dass dies in ein europäisches Gesamtkonzept eingebettet sein müsse.