Rotes Kreuz: Sahel-Region braucht Hilfe

Rotes Kreuz: Sahel-Region braucht Hilfe

Zunehmende Gewalt in der Sahel-Region hat dem Roten Kreuz zufolge mehr als eine Million Menschen zur Flucht gezwungen. Zudem sei die Zahl der Todesopfer durch die Kämpfe von Milizen, radikalislamischen Gruppen und staatlichen Akteuren in den vergangenen Monaten um über 60 Prozent gestiegen, erklärte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz am Montag in Genf. Von Januar bis Juni allein seien in Burkina Faso, Mali und Niger mehr als 4.660 Menschen getötet worden. Die finanzielle Lage der Staaten sei weltweit wegen der Corona-Pandemie angespannt, sagte der Präsident der Organisation, Peter Maurer. Aber es sei klar, dass diese Region besondere Hilfe brauche.

Die Bevölkerung zahle den höchsten Preis für die Gewalt, sagte Maurer. Die Gesundheitseinrichtungen würden zerstört, der Zugang zu den Feldern wegen der Kämpfe schwieriger, und auch für die Helferinnen und Helfer werde es immer schwieriger, die Bedürftigen zu erreichen. Der Klimawandel mache die Lage für die Bevölkerung noch zusätzlich schwieriger. Die Menschen seien extremem Leid ausgesetzt.

Die Sicherheitslage im Sahel spitzt sich trotz eines internationalen Militäreinsatzes seit Jahren zu. In Mali, Niger und Burkina Faso verüben islamistische Gruppen inzwischen mehrfach wöchentlich Anschläge. Verschärft wird die Lage dadurch, dass die zu Al-Kaida und dem "Islamischen Staat" gehörenden Extremisten gegeneinander kämpfen. Beide sind zudem in kriminelle Geschäfte wie den Schmuggel mit Waffen und Drogen verwickelt.

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