Hunderte trauern um getötete Kinder in Solingen

Hunderte trauern um getötete Kinder in Solingen
Eine Stadt in Trauer: Hunderte Menschen gedachten am Wochenende im Solingen der fünf getöteten Kinder. Die Stadtgesellschaft und Kirchen organisierten eine Schweigeminute und Andachten.

Mit einer Schweigeminute, Gebeten und Kerzen haben die Menschen in Solingen am Wochenende um die fünf getöteten Kinder getrauert. Hunderte Menschen gedachten in der Nachbarschaft des Wohnhauses und der evangelischen Stadtkirche Mitte der Opfer. Die Stadt Solingen kündigte an, am Montag ein Spendenkonto für die Beerdigung der Kinder einzurichten. Der Fund der fünf getöteten Kinder am Donnerstag hatte Trauer und Entsetzen ausgelöst. Tatverdächtig ist die 27 Jahre alte Mutter.

Zu einer Gedenkveranstaltung des Nachbarschaftsvereins "Wir in der Hasseldelle" am Samstagabend waren Medienberichten zufolge etwa 800 Menschen gekommen, die Kerzen anzündeten, eine Lichterkette bildeten und eine Gedenkminute für Opfer abhielten. Am Sonntagnachmittag öffnete zudem die evangelische Stadtkirche Mitte ihre Türen für Trauende. Bei zwei Andachten mit Gebet und Orgelmusik konnten Trauernde beten, Kerzen anzünden oder ihre persönlichen Gedanken auf einem Blatt Papier mit anderen in der Kirche teilen. Das Angebot sei auch von vielen Menschen genutzt worden, die im Gemeindeleben sonst nicht aktiv seien, sagte der stellvertretende Superintendent Thomas Förster.

Der Verein "Wir in der Hasseldelle" forderte von den Medien, die Trauer der Menschen vor Ort zu berücksichtigen: Seit einigen Tagen würden auch die jüngsten Nachbarn von der Presse befragt und interviewt. "Wir bitten hier dringlichst sensibel mit den Betroffenen umzugehen." Die Nachbarschaft stehe unter Schock.

 

Die tatverdächtige Mutter der toten Kinder sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Zuvor war sie ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem sie versucht hatte, sich am Düsseldorfer Hauptbahnhof das Leben zu nehmen. Nach Erkenntnissen der Rechtsmedizin wurden die fünf Kinder mit Medikamenten sediert und erstickt. Lediglich der elf Jahre alte Sohn wurde verschont, er hatte sich zum Zeitpunkt der Tat offenbar in der Schule aufgehalten.

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