Pfarrer verlässt Gemeinde wegen Morddrohungen - Nachfolger steht fest

Pfarrer verlässt Gemeinde wegen Morddrohungen - Nachfolger steht fest

Nach dem Rückzug des nigerianischen Pfarrers Patrick Asomugha bekommt dessen frühere Pfarrei in Queidersbach im Landkreis Kaiserslautern einen neuen Pfarrer. Pfarrer Udo Stenz (50) werde von Bischof Karl-Heinz Wiesemann zum 1. Oktober die Leitung der dortigen Pfarrei Heiliger Franz von Assisi übertragen, teilte das Bistum Speyer am Freitag mit. Der promovierte Theologe sei derzeit leitender Pfarrer der Pfarrei Heilige Cäcilia in Ludwigshafen.

"Pfarrer Dr. Udo Stenz kann sehr gut integrieren und Menschen zusammenführen. Wir sind überzeugt, dass die Pfarrei mit ihm zu ihrem inneren Frieden zurückfinden kann", sagte Ordinariatsdirektorin Christine Lambrich. Stenz wurde 2006 vom damaligen Bischof und heutigen Kardinal Kurt Koch in Rom zum Priester geweiht. Nach der Promotion und Kaplansjahren in Bad Bergzabern wechselte er 2012 nach Ludwigshafen.

Der Fall des aus Nigeria stammenden 56-jährigen Pfarrers Asomugha hatte in den vergangen Monaten bundesweit für Aufsehen gesorgt. Der promovierte Theologe hatte seine Pfarrei in der westpfälzischen 2.900-Einwohner-Gemeinde im April im Einvernehmen mit der Bistumsleitung auch nach rassistischen Anfeindungen verlassen. Er hatte eine verschlüsselte Morddrohung erhalten. In der Kirchengemeinde von Queidersbach hatte es auch Auseinandersetzungen über den Pfarrer gegeben, dessen liberale Amtsführung bei konservativen Kräften offenbar auf Ablehnung stieß.

Bischof Wiesemann hatte Asomugha im Mai den Rücken gestärkt. Seit Mitte Juni hilft er übergangsweise als Priester in der Speyerer Dompfarrei Pax Christi mit. Nach Bistumsangaben werde der Geistliche in einer Arbeitsgruppe des Bistums mitwirken, die sich mit den Erfahrungen von Priestern und pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der Weltkirche befasse. Dabei solle es auch um die Frage von Rassismus und Antisemitismus in Deutschland gehen.

Meldungen

Top Meldung
Die Corona-Krise droht den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) in finanzielle Bedrängnis zu bringen. Einige Mitgliedskirchen könnten die vollen Beiträge für das veranschlagte Budget nicht zahlen, sagte ÖRK-Interims-Generalsekretär Ioan Sauca in Genf.