Adveniat sieht indigene Völker in Lateinamerika zunehmend bedroht

Adveniat sieht indigene Völker in Lateinamerika zunehmend bedroht

Das katholische Hilfswerk Adveniat ordert mehr Anstrengungen zum Schutz von Ureinwohnern. "Indigene werden systematisch von ihren angestammten Territorien vertrieben, gesellschaftlich ausgegrenzt und gezielt ermordet", sagte Adveniat-Hauptgeschäftsführer Michael Heinz am Donnerstag in Essen. Der internationale Tag der indigenen Völker am 9. August müsse "ein Tag der Trauer und des Aufschreis" sein.

Zahlen der Nichtregierungsorganisation "Global Witness" belegten eine erschütternde Entwicklung, hieß es. Mehr als zwei Drittel der 212 weltweit getöteten Umweltschützer wurden demnach 2019 in Lateinamerika umgebracht - 40 Prozent der Opfer gehörten indigenen Völkern an. Partner des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat berichteten von einer zunehmenden Bedrohung der indigenen Völker, ihrer Kultur und Lebensweise. "Holzfäller, Goldsucher und Rinderbarone fühlen sich durch die Politik des rechtsextremen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro aufgefordert, immer weiter ins Amazonasgebiet vorzudringen", betonte Heinz.

Auch in anderen Ländern würden Indigene nur als Hindernis für die Ausbeutung von Rohstoffen und die Nutzung ihrer Territorien für Palmöl-, Zuckerrohr- oder Sojaplantagen sowie Rinderweiden betrachtet. "Selbst, wenn sich die Indigenen in den ihnen gesetzlich garantierten Territorien gegen die Eindringlinge wehren, laufen sie Gefahr, ermordet zu werden", sagte Heinz. Eine weitere tödliche Gefahr sei, dass auf diese Weise nicht selten auch das Coronavirus eingeschleppt werde. Indigene sterben überdurchschnittlich häufig an einer Corona-Infektion..

1994 haben die Vereinten Nationen den 9. August erstmals den indigenen Völkern gewidmet. Mit dem Tag soll daran erinnert werden, dass die Lebensgrundlage dieser Ureinwohner weltweit bedroht ist: durch den zunehmenden Abbau natürlicher Ressourcen, die Folgen des Klimawandels und die fehlende Anerkennung ihrer Rechte.

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