Erzbischof kritisiert Zusammenarbeit mit libyscher Küstenwache

Erzbischof kritisiert Zusammenarbeit mit libyscher Küstenwache

Nach dem gewaltsamen Tod zweier sudanesischer Bootsflüchtlinge hat die katholische Deutsche Bischofskonferenz die Zusammenarbeit der Europäischen Union mit der libyschen Küstenwache kritisiert. "Flüchtlinge, die Staatsgrenzen überqueren, sind keine Kriminellen, denen Staaten mit Waffengewalt begegnen dürften", betonte der Flüchtlingsbeauftragte der Bischofskonferenz, Erzbischof Stefan Heße, am Mittwoch.

Libyen erweise sich als "tödlicher Hafen". Er halte die Zusammenarbeit der EU mit der libyschen Küstenwache für äußerst bedenklich, erklärte der Hamburger Erzbischof Heße weiter. Die europäischen Staaten seien aufgerufen, "in eigener Verantwortung eine echte Rettungsmission einzurichten, die dem Grundsatz des Schutzes der Menschenwürde und des Lebens gerecht wird".

In Libyen waren nach UN-Angaben in der Nacht zum Dienstag zwei sudanesische Bootsflüchtlinge nach ihrer erzwungenen Rückkehr erschossen worden. Die Migranten seien in ihrem Boot auf dem Mittelmeer abgefangen und in das arabische Land zurückgebracht worden, erklärte die Internationale Organisation für Migration (IOM). Örtliche Sicherheitskräfte in der libyschen Hafenstadt Al-Chums hätten das Feuer eröffnet, als die Sudanesen beim Verlassen des Bootes flüchten wollten. Drei weitere Migranten seien verwundet worden.

epd ug

Meldungen

Top Meldung
Einen Tag lang hat die Stadt Augsburg für den Frieden geworben. Auf dem Programm des dortigen Friedensfestes standen am Samstag Gottesdienste, Picknicks und die Bekanntgabe der neuen Friedenspreis-Träger: EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm und der Münchner Kardinal Marx.