Synagogen-Gemeinde Köln entsetzt über blutrot gefärbten Brunnen

Synagogen-Gemeinde Köln entsetzt über blutrot gefärbten Brunnen

Die Synagogen-Gemeinde Köln hat entsetzt darauf reagiert, dass ein als Mahnmal aufgestellter Brunnen am Wochenende offenbar von radikalen Tierschützern rot eingefärbt wurde. "Diesen Brunnen mit roter Farbe als Symbol für Blut zu schänden ist ein Akt der grenzenlosen Geschmacklosigkeit und eine Verhöhnung der Opfer des Holocaust, insbesondere der Kinder und Jugendlichen sowie deren überlebenden Angehörigen", erklärte am Montag der Vorstand der Synagogen-Gemeinde, dem auch der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, angehört.

Der "Löwenbrunnen" auf dem Erich-Klibansky-Platz erinnert an die Deportation und Ermordung von 1.100 jüdischen Kindern in der NS-Zeit. Der Platz trägt den Namen des letzten Direktors des ehemaligen jüdischen Gymnasiums.

Am Wochenende war das Wasser des Löwenbrunnens und mehrerer weiterer Brunnen in Köln rot gefärbt worden. Auf Facebook brüstete sich die Gruppe "Animal Rebellion" mit der Tat und postete mehrere Fotos. Mit der Aktion solle gegen "Verbrechen gegen das Tierwohl, die Ausbeutung von Menschen und die Zerstörung von Lebensgrundlagen in der industriellen Massentierhaltung" protestiert werden.

Die Organisation forderte "einen von der Regierung eingeleiteten Systemwandel hin zu einem gerechten pflanzenbasierten Ernährungssystem, der nicht zuletzt auch vor zukünftigen Pandemien schützt". Die Stadt Köln kündigte nach Berichten lokaler Medien an, Strafanzeige gegen die Täter zu stellen. Ähnliche Aktionen gab es offenbar auch in Leipzig und London.

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