Käßmann: "Es ist wichtig, Mitglied der Kirche zu bleiben"

Käßmann: "Es ist wichtig, Mitglied der Kirche zu bleiben"

Die evangelische Theologin Margot Käßmann ruft die Menschen in Deutschland dazu auf, gegen allen Trend Kirchenmitglied zu bleiben. Wenn der Trend anhalte, seien Christen bald eine Minderheit in Deutschland. "Das wäre ein riesiger Verlust", schrieb die ehemalige Landesbischöfin und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in ihrer Kolumne in der "Bild am Sonntag".

"Es ist wichtig, Mitglied der Kirche zu bleiben", schreibt Käßmann. Die Veränderung der Kirche könne nur von innen geschehen. Dazu seien engagierte Mitglieder notwendig. "Wir brauchen Rituale für unser Glück bei Geburt und Heirat, für unsere Trauer, wenn Menschen, die wir lieben, sterben."

Die Kirche sei nicht einfach irgendein Dienstleister, so Käßmann. Sie sei irritiert über den "Familienvater, der aus der Kirche ausgetreten ist, aber seine Ehefrau, die kein eigenes Einkommen hat, bleibt Mitglied. Und alle drei Kinder wurden getauft und konfirmiert." Auch wenn sie gebeten werde, Menschen kirchlich zu bestatten, die aus der Kirche ausgetreten seien, frage sie zunächst nach, ob das im Sinne des Verstorbenen sei.

Nach der Mitgliederstatistik der evangelischen und katholischen Kirche gehörten im Jahr 2019, 52,1 Prozent der Deutschen einer der beiden Konfessionen an. Doch jedes Jahr treten mehr Menschen aus der Kirche aus oder sterben, als eintreten. Daher schrumpft die Zahl der Kirchenmitglieder seit Jahren. Bis zum Jahr 2060 könnte sie sich Prognosen zufolge halbieren.

epd hei

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