Forscher: Zahl der Demenzerkrankten steigt langsamer an

Forscher: Zahl der Demenzerkrankten steigt langsamer an

Die Zahl der an Demenz erkrankten Patientinnen und Patienten steigt neuen Daten zufolge nicht so stark an wie bisher angenommen. "Je nachdem, wie sich die Altersstruktur der Bevölkerung insgesamt entwickelt, wird sich die Krankenzahl bis zum Jahr 2050 auf 2,4 bis 2,8 Millionen erhöhen. Bisher wurde von rund 3 Millionen ausgegangen", teilte die Deutsche Alzheimergesellschaft (DAlzG) am Montag in Berlin mit. Die Ursache für den verlangsamten Anstieg könnte in einem besseren Gesundheitszustand der Bevölkerung liegen, hieß es.

Derzeit leben rund 1,6 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung in Deutschland. Die meisten von ihnen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Durchschnittlich treten täglich etwa 900 Neuerkrankungen auf, im Jahr sind das mehr als 300.000. Infolge der demografischen Veränderungen kommt es zu weitaus mehr Neuerkrankungen als zu Sterbefällen unter den bereits Erkrankten. Aus diesem Grund nimmt die Zahl der Demenzkranken kontinuierlich zu, erläuterte die Alzheimergesellschaft.

Neuere Studien deuteten aber darauf hin, dass die Zunahme weniger stark ist als bislang angenommen. Alle zwei Jahre berechne der Epidemiologe Horst Bickel von der Technischen Universität München auf der Basis aktueller Bevölkerungsdaten die wichtigsten Zahlen zu Demenzerkrankungen für die DAlzG. "Noch ist nicht ganz klar, ob der Trend anhält", sagte Bickel. "Solange es keine wirksame Therapie gibt, werden die Zahlen trotz allem weiter steigen, weil die Bevölkerung insgesamt altert. Doch es gibt Hoffnung, dass ein größeres Gesundheitsbewusstsein günstige Auswirkungen auf die Entwicklung hat."

"Uns machen die neuen Zahlen Mut", sagte Monika Kaus, die Vorsitzende der DAlzG. "Auch wenn es keine Maßnahmen gibt, mit denen man ausschließen kann, jemals an irgendeiner Form der Demenz zu erkranken, ist Prävention sinnvoll und wichtig."

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