Corona-Krise: Landesbischöfin will Diskurs über Leben in Würde

Corona-Krise: Landesbischöfin will Diskurs über Leben in Würde
23.05.2020
epd-Gespräch: Anne-Dorle Hoffgaard
epd

Die Landesbischöfin der Nordkirche, Kristina Kühnbaum-Schmidt, hat sich angesichts der Corona-Krise für einen öffentlichen Diskurs über ein "Leben in Würde" ausgesprochen. Alle Menschen hätten mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu tun, sagte die evangelische Theologin dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Als Kirche ist unsere Aufgabe dabei, an der Seite der Schwächsten zu stehen."

Das seien Kranke und Sterbende, von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit Betroffene, Familien sowie Menschen, die in Pflege- und Senioreneinrichtungen leben, erklärte Kühnbaum-Schmidt- Es müsse darüber geredet werden, was für sie und für alle ein Leben in Würde bedeutet, wie der Einzelne und die Gesellschaft dazu beiträgt und "auf was wir dafür verzichten".

Die Kontaktsperren dienten dem Gesundheitsschutz, "aber sie stehen unseren Bedürfnissen nach Begegnung und körperlicher Nähe entgegen", sagte die Landesbischöfin. "Wir haben bei den Landesregierungen erreicht, dass Seelsorger Menschen in Kliniken, Senioren- und Pflegeeinrichtungen begleiten können." Ein Problem dabei sei die oft fehlende Schutzkleidung.

Sorgen mache ihr die Situation von Familien und Kindern. Ihre Bedürfnisse müssten noch stärker öffentlich wahrgenommen werden, sagte sie. Es wäre gut, wenn kirchliche Tagungshäuser Familien mit geringem Einkommen in diesem Sommer Ferienaufenthalte ermöglichen könnten und die Länder das mit finanzieren würden.

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