Simbabwe friert wegen Corona-Krise Lebensmittelpreise ein

Simbabwe friert wegen Corona-Krise Lebensmittelpreise ein

Simbabwe will wegen der Corona-Krise die Preise für Grundnahrungsmittel einfrieren. Darauf verständigten sich die Regierung, der Einzelhandel und Produzenten, wie die regierungsnahe Tageszeitung "The Herald" am Mittwoch berichtete. Das angestrebte Moratorium ergehe nach sprunghaften Preisanstiegen bei Brot, Maismehl, Speiseöl, Mehl und Zucker.

Als Grund wurden unter anderem starke Währungsschwankungen genannt, mit verursacht durch Schwarzmarktgeschäfte mit Devisen. Ein großer Teil der Nahrungsmittel wird importiert. Inzwischen habe die Zentralbank den Simbabwe-Dollar stabilisiert, berichtete die Zeitung. Der Brotpreis seit Beginn der Ausgangssperre am 30. März um 33 Prozent gestiegen, der Preis für Speiseöl habe sich mehr als verdoppelt.

Simbabwe hat mit einer Hyperinflation von jährlich über 500 Prozent und Devisenknappheit zu kämpfen. Bis Mittwoch wurden laut der John-Hopkins-Universität 28 Corona-Fälle in dem afrikanischen Land erfasst. "The Herald" berichtete am Mittwoch von einem vierten Todesfall. Die Corona-Beschränkungen wurden bis 3. Mai verlängert, allerdings dürfen Produktions- und Bergbaubetriebe wieder tätig werden, um einen Kollaps der Wirtschaft zu verhindern.

Mehr als zwei Jahre nach dem Sturz des Langzeit-Machthabers Robert Mugabe Ende 2017 hat sich Simbabwes Wirtschaft noch nicht erholt. Präsident Emmerson Mnangagwa hat die in ihn gesetzten Erwartungen enttäuscht. Nach Angaben von Hilfswerken sind Millionen Kinder von Hunger bedroht. Verschlimmert wurde die Situation durch eine schwere Dürre.

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