Zahlen über Infizierte in Heimen werden täglich aktualisiert

Zahlen über Infizierte in Heimen werden täglich aktualisiert
In Alten- und Pflegeheimen sowie anderen Betreuungseinrichtungen sind mehr als 1.490 Bewohner mit Corinavirus-Infektionen gestorben. Das sind rund ein Drittel aller in Deutschland gemeldeten Corona-Todesfälle.

Das Robert Koch-Institut (RKI) wird von nun an täglich die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen in Pflege-, Alten- und Behindertenheimen sowie Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkünften aktualisieren. Eine Sprecherin sagte am Dienstag auf Nachfrage, der größte Teil der Infizierten lebe in Pflege- und Altenheimen. Eigene Zahlen dafür gibt es aber nicht. Das sorgte bei Patientenschützern für Kritik.

Dem RKI zufolge waren in Heimen und Unterkünften laut der Meldungen bis zum 20. April 14.228 Menschen mit dem Virus infiziert, davon 8.592 Bewohner und Bewohnerinnen und 5.636 Beschäftigte. Das sind rund zehn Prozent aller gemeldeten Covid-19-Fälle (141.672). Die Zahlen aus den Heimen und Unterkünften waren am Dienstag zum ersten Mal veröffentlicht worden.

Laut NDR Info sind in Alten- und Pflegeheimen sowie anderen Betreuungseinrichtungen bereits mindestens 1.491 Bewohner mit Coronavirus-Infektionen gestorben. Das seien rund ein Drittel aller in Deutschland gemeldeten Corona-Todesfälle, teilte der Sender am Dienstag unter Berufung auf Zahlen des Robert-Koch-Instituts mit, das die Zahlen bestätigte. Demnach sind 17 Prozent aller infizierten Bewohner gestorben, also fast jeder fünfte. In Krankenhäusern sind demgegenüber knapp 14 Prozent der dort eingelieferten Infizierten gestorben.

Das RKI führt die hohen Fallzahlen auf die Ausbrüche in den Heimen in den vergangenen Wochen zurück. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, kritisierte, dass die Zahlen der Infizierten und Todesfälle in Alten- und Pflegeheimen nicht getrennt von den Meldungen aus anderen Einrichtungen erhoben werden. "Wir brauchen die Zahlen für diese Hochrisikogruppe klar getrennt", sagte Brysch dem Evangelischen Pressedienst (epd), "damit man weiß, wo die Krise am härtesten zuschlägt."

Das gelte im Übrigen nicht nur für Alten- und Pflegeheime, sondern auch für Behinderten- und Flüchtlingseinrichtungen, sagte Brysch und forderte eine entsprechende Verordnung oder Änderung des Infektionsschutzgesetzes. "Wir wissen immer noch nicht, was in den Alten- und Pflegeheimen tatsächlich los ist", sagte Brysch.

Der tägliche Lagebericht des RKI zur Corona-Pandemie gibt auch Auskunft über Covid-19-Fälle beim ärztlichen und pflegerischen Personal im Medizinbetrieb. In Krankenhäusern, Arztpraxen und bei Rettungsdiensten gab es 9.080 Covid-19-Fälle, davon 7.143 bei Beschäftigten, 13 Beschäftigte starben. Von den infizierten Beschäftigten in Heimen und Einrichtungen sind laut RKI 19 Menschen gestorben, also mehr als im Medizinbetrieb.

Meldepflichtig sind Coronafälle im Gesundheitsbereich, in Betreuungseinrichtungen und in der Lebensmittelherstellung, hieß es. Masseneinrichtungen machen den mit Abstand größten Anteil bei den Meldungen aus. Dazu zählen neben Alten- und Pflegeheimen etwa auch Gefängnisse, Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkünfte. Die Berichte über Infektionen in Alten- und Pflegeheimen hatten sich in den vergangenen Wochen gehäuft.

epd bm/lnb fu

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