Evangelische Friedensarbeit kritisiert deutsche Afghanistan-Politik

Evangelische Friedensarbeit kritisiert deutsche Afghanistan-Politik

Die evangelische Friedensarbeit vermisst eine Ausstiegs-Strategie in der deutschen Afghanistan-Politik. Die Bundesregierung blende die Realität in Afghanistan weitgehend aus und habe auch keine Strategie, den Einsatz zu beenden, erklärten die Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK), Jan Gildemeister und Wolfgang Burggraf, am Dienstag in Bonn. Sie forderten, Alternativen zu Militäreinsätzen stärker zu diskutieren.

Gildemeister verwies darauf, dass die USA massiv ihre Truppenstärke in Afghanistan reduzieren wollten. In dem Land sei Korruption allgegenwärtig und es sei auf dem besten Weg zu einem sogenannten gescheiterten Staat, in dem grundlegende Aufgaben nicht mehr erfüllt werden können. Burggraf fügte hinzu: "Hier wäre ein Eingeständnis des Scheiterns dieser Auslandsmission durchaus angebracht." Militärisch sei nichts erreicht worden, und Afghanistan sei nicht stabiler, demokratischer und rechtsstaatlicher geworden. Die Friedensaktivisten plädierten stattdessen dafür, Alternativen zu Militäreinsätzen wie zivile Konfliktbearbeitung zu diskutieren.

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