Hofreiter: Corona-Krise ist Anstoß für Bewältigung des Klimawandels

Hofreiter: Corona-Krise ist Anstoß für Bewältigung des Klimawandels

Der Grünen-Politiker Anton Hofreiter hält Äußerungen, die Corona-Krise sei gut für das Klima, für "zynisch". "Das Gerede davon, dass der durch Corona bedingte Einbruch der Wirtschaft dem Klimaschutz hilft, teile ich überhaupt nicht", sagte der Fraktionschef der Grünen im Bundestag dem Nachrichtenportal "Zeit online" (Samstag). "Die Klimakrise können wir nur bewältigen, wenn wir unsere Wirtschaft umbauen - aber dafür müssen wir sie erst einmal erhalten."

Die Kosten der derzeit sinkenden CO2-Emissionen durch den weitgehenden Stillstand der europäischen Wirtschaft seien "unerträglich hoch", sagte Hofreiter. "Menschen sterben, Wirtschaft und Arbeitsplätze sind massiv bedroht." So funktioniere der Klimaschutz nicht. Die Klimakrise entfalte sich über Jahre und Jahrzehnte. Die Bedrohung sei dadurch weniger unmittelbar. Deswegen müsse die Politik auf die Klimakrise auch anders reagieren.

Jetzt gehe es vor allem darum, Menschenleben zu retten und die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie in den Griff zu bekommen. "Wenn wir jetzt richtig handeln, werden wir als Gesellschaft auch erleben, wozu wir fähig sind. Wir können diese Pandemie in den Griff bekommen", sagte der Grünen-Politiker. Daraus entstehe hoffentlich auch der Wille, die Klimakrise zu bewältigen, bei die Politik noch etwas mehr Zeit habe, um zu reagieren.

Hofreiter forderte ein Programm, um die Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder in Gang zu bringen. Das müsse ein "Green Deal" sein, sagte er: "Dann müssen wirtschaftliche Erholung und Klimaschutz Hand in Hand gehen." Denn der ökologische Umbau der Wirtschaft sei keine Gefahr, sondern eine Chance.

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