Verbände lehnen Isolation und Quarantäne für Senioren ab

Verbände lehnen Isolation und Quarantäne für Senioren ab

Die Sozialverbände in der Altenfürsorge lehnen eine gezielte Isolation von Senioren im Zuge der Corona-Vorbeugung strikt ab. "Auch ältere Menschen über 70 müssen einkaufen, mit dem Hund Gassi gehen und sich an der frischen Luft bewegen, wenn sich alle an die Regeln halten", sagte die Präsidentin des Sozialverbandes VdK Deutschland, Verena Bentele, dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Freitag). "Ausgangssperren für Ältere sind deshalb das falsche Mittel."

Viel wichtiger sei es, jetzt Menschen zu unterstützen, die sich nicht selbst helfen könnten, sagte Bentele. "Reden wir lieber über Nachbarschaftshilfe, zeigen wir uns solidarisch mit den Schwächsten und organisieren wir Hilfe."

Auch der Bundesverband Volkssolidarität warnt vor einer sozialen Isolierung älterer Mitmenschen. "Isolation und Quarantäne für Seniorinnen und Senioren lehne ich ab", sagte Volkssolidarität-Präsident Wolfram Friedersdorff dem Redaktionsnetzwerk. "Die soziale Isolierung der älteren Mitmenschen würde nicht nur die Ausgrenzung und Einsamkeit der Betroffenen verstärken, sondern auch gesundheitliche Probleme verursachen."

Zwar gelte es, die ältere Generation besonders zu schützen, um das Risiko einer Ansteckung mit Covid-19 zu verringern, zugleich aber müsse eine gesellschaftliche Einbindung gewährleistet bleiben, mahnte Friedersdorff. "Dazu bedarf es einer großen Sensibilität, einer solidarischen Hilfe und vor allem der Ausrüstung von Kontaktpersonen und Älteren mit Schutzkleidung, insbesondere Atemmasken", erläuterte der Verbandschef. "Wir brauchen in der derzeitigen Situation nicht weitere Isolierungen, sondern eine soziale Verbundenheit. Hier ist die Solidarität der Gesellschaft gefragt."

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