IWF und Weltbank fordern in Corona-Krise Schuldenmoratorium

IWF und Weltbank fordern in Corona-Krise Schuldenmoratorium
Entwicklungsländer sollen finanziell entlastet werden, um die Corona-Pandemie besser bewältigen zu können. IWF und Weltbank appellieren an die Gläubiger, den Schuldendienst auszusetzen.

Wegen der Corona-Pandemie haben Weltbank und Internationaler Währungsfonds (IWF) zu Schuldenerleichterungen für die ärmsten Länder aufgerufen. Zinszahlungen und Tilgungsraten sollten mit sofortiger Wirkung ausgesetzt werden, wenn ein Land darum bitte, appellierten die beiden Institutionen am Mittwoch in Washington an alle Gläubiger.

Der Ausbruch des Coronavirus werde sehr wahrscheinlich ernste wirtschaftliche und soziale Folgen für die mehr als 70 armen Länder haben, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. In diesen Ländern lebten ein Viertel der Weltbevölkerung und zwei Drittel der extrem Armen. Ein Schuldenmoratorium werde den Staaten zu mehr sofortiger Liquidität verhelfen, um die Corona-Krise besser bewältigen zu können. Dadurch werde auch Zeit gewonnen, Finanzmittel zu mobilisieren.

An die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20-Staaten) erging der Appell, Ländern mit besonders großer Schuldenlast beizustehen. IWF und Weltbank hätten mit Überlegungen für Schuldenerlasse begonnen, die bei der Frühjahrstagung Mitte April diskutiert werden sollten. Die Tagung findet wegen der Corona-Pandemie virtuell statt.

Das entwicklungspolitische Bündnis "erlassjahr.de" ruft unterdessen die Bundesregierung zum Verzicht auf Schuldenrückzahlungen auf. "Viele Länder mit niedrigem Einkommen geben mehr Geld für den Schuldendienst als für die öffentliche Gesundheit aus, durchschnittlich viermal so viel", erklärte Referentin Kristina Rehbein. Es sei daher das einzig Richtige, zu verhindern, dass Gelder abfließen, die dringend zur Bewältigung der drohenden Notsituation benötigt werden.

So habe Ecuador bereits für die Rückzahlung von Schulden vorgesehene Gelder in Höhe von 200 Millionen US-Dollar für die Bewältigung der Pandemie umgewidmet, teilte "erlassjahr.de" mit. Damit habe die Regierung in Quito realisiert, was immer mehr Regierungen im Globalen Süden und Entschuldungsbewegungen weltweit forderten. Das deutsche Entschuldungsbündnis "erlassjahr.de" wird von über 600 Organisationen aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft getragen.

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