EU: Flüchtlingslager rüsten sich gegen Corona

EU: Flüchtlingslager rüsten sich gegen Corona

Die überfüllten Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln werden laut EU-Kommission gegen einen Ausbruch des Coronavirus gerüstet, während zugleich die Rufe nach einer Räumung der Camps lauter werden. Man arbeite mit den griechischen Behörden an einem Notfallplan, teilte die Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Dabei gehe es um die Reaktion auf "einen potenziellen Ausbruch des Coronavirus auf den Inseln".

Mit Hilfe der EU werde unter anderem der Einsatz von Medizinern in den Hotspots mitfinanziert, erklärte die Behörde. Zudem unterstütze man eine Beschleunigung der Transfers von den Inseln auf das Festland. Die griechischen Behörden hätten zudem eine Reihe von Maßnahmen wie Fiebermessungen bei Neuankömmlingen und das Aussetzen von Besuchen erlassen.

Unterdessen machte sich auch die Diakonie Deutschland für eine Räumung der Lager stark. Wenn das Virus dort grassiere, sei wegen chronischer Vorerkrankungen vieler Flüchtlinge und fehlender medizinischer Versorgung mit vielen Toten zu rechnen, warnte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie am Dienstag in Berlin. "In diesen Lagern ist es nicht möglich, die grundlegendsten Hygienevorschriften umzusetzen, um sich zu schützen."

Zuvor hatten sich unter anderen "Ärzte ohne Grenzen" und Sea Watch für eine Evakuierung ausgesprochen. Am Montag wandte sich der Innenausschuss des Europaparlaments mit derselben Forderung an die EU-Kommission. Der Ausschussvorsitzende Juan Fernando López Aguilar erklärte in dem Schreiben, ohne sofortiges Handeln werde die Situation unbeherrschbar.

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