Missbrauchsfälle in den USA: Erneut katholische Diözese insolvent

Missbrauchsfälle in den USA: Erneut katholische Diözese insolvent

Die römisch-katholische Diözese Buffalo im US-Bundesstaat New York hat nach Schadensersatzforderungen von Missbrauchsopfern Insolvenz angemeldet. Die Diözese suche nun nach einer "fairen und gerechten" Lösung der Finanzprobleme, erklärte Bischof Edward Scharfenberger am Freitag (Ortszeit). Gegen die Diözese liegen weit mehr als 200 Klagen vor, wie die Zeitung "Buffalo News" meldete.

Die Diözese hatte 2018 eine Liste mit Namen von 42 Priestern veröffentlicht, denen "kriminelles, missbräuchliches oder unangebrachtes Verhalten" vorgeworfen wird. Eine Whistleblowerin aus dem Bischofsbüro erklärte daraufhin, die korrekte Zahl sei mehr als doppelt so hoch. Der damals amtierende Bischof Richard Malone trat im Dezember 2019 von seinem Amt zurück.

Seit 2010 haben in den USA laut dem Dokumentationszentrum "bishopaccountability.org" 15 Diözesen und Erzdiözesen Insolvenz beantragt, darunter Milwaukee (Wisconsin), Santa Fe (New Mexico), Rochester (New York) und Harrisburg (Pennsylvania). Die Diözese Buffalo hat gegenwärtig geschätzte finanzielle Verpflichtungen an Gläubiger zwischen 50 Millionen und hundert Millionen US-Dollar sowie ein Vermögen von zehn Millionen bis 50 Millionen US-Dollar, wie die "New York Times" berichtete.

Die hohe Zahl der Klagen in Buffalo geht auf ein 2019 im Bundesstaat New York beschlossenes Gesetz zurück, demzufolge Klagen in möglicherweise verjährten Missbrauchsfällen ausnahmsweise vom August 2019 bis August 2020 eingereicht werden dürfen. Das Gesetz soll Menschen helfen, die im Kindesaltern missbraucht wurden.

Der Opferverband "Survivors Network of those Abused by Priests" verurteilte den Insolvenzantrag. Der Schritt stoppe die laufenden und geplanten Vernehmungen bei Schadensersatzklagen. Die Diözese wolle das Ausmaß des Missbrauchs geheim halten. Der Diözese gehören etwa 160 Pfarreien an.