Hilfe für syrische Flüchtlinge im Libanon

Hilfe für syrische Flüchtlinge im Libanon
Im Erfurter Dom startet das katholische Hilfswerk Misereor am Sonntag seine diesjährige Fastenaktion
Das katholische Hilfswerk Misereor arbeitet weltweit in mehr als 80 Ländern, mit regionalen Partnern, in über 2.800 Projekten. Die diesjährige Fastenaktion "Gib Frieden!" soll syrischen Flüchtlingen im Libanon helfen.

Das Leiden der Menschen in Syrien und in den Flüchtlingslagern des Libanons will das katholische Hilfswerk Misereor in den kommenden Wochen in den Fokus der deutschen Öffentlichkeit rücken. Mit dem Auftaktgottesdienst am Sonntag im Erfurter Dom beginne eine ganze Reihe von Aktivitäten, mit denen um Spenden geworben werde, sagte Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel am Donnerstag in der Thüringer Landeshauptstadt. Höhepunkt sei dabei auch 2020 der fünfte Fastensonntag mit der traditionellen Kollekte zugunsten des Hilfswerks. Der Auftaktgottesdienst am Sonntag wird live in der ARD übertragen.

Mit den Spenden will Misereor - lateinisch für "ich erbarme mich" - den Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) im Libanon unterstützen. Die Gelder würden unter anderem für Bildungsprojekte, Sozialarbeit in den Flüchtlingsfamilien sowie für Freizeitangebote für Jugendliche verwendet, sagte Heba Al Basha, die Landesdirektorin des JRS im Libanon.

Damit wolle man sich für ein friedliches Miteinander der etwa vier Millionen Libanesen und der geschätzt 1,5 Millionen syrischen Flüchtlinge einsetzen und Spannungen abbauen. In einem Land, das mit 10.000 Quadratkilometern Fläche deutlich kleiner sei als Thüringen, aber in dem dreimal so viele Menschen lebten, sei dies eine große Herausforderung, sagte Al Basha.

Dabei hätten sich die Verhältnisse für die Flüchtlinge gerade 2019 verschlechtert. Sie müssten immer mehr als Sündenböcke für allgegenwärtige Probleme wie Inflation und Arbeitslosigkeit herhalten. So hätten in den Flüchtlingslagern alle festen und halbfesten Konstruktionen abgebaut werden müssen. Übriggeblieben seien nur Zelte, so die Aktivistin.

Zudem sei die Regierung strikt gegen Unternehmen vorgegangen, die Nicht-Libanesen beschäftigt hätten. Strafen von umgerechnet 3.000 Euro trafen nach Al Bashas Angaben vor allem kleinere und Familienbetriebe hart. "Mit Razzien wurde nach Menschen ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung gesucht", fügte sie hinzu. Dies sei eine große Belastung für die Flüchtlinge, von denen etwa jeder Dritte nicht über die nötigen Papiere verfüge.

Mit dem Geld aus Deutschland sollen vor allem die Bildungschancen der Kinder verbessert werden. Obwohl an den regulären Schulen am Nachmittag Unterricht für die syrischen Flüchtlinge angeboten werde, hätten 58 Prozent von ihnen diese Angebote nicht nutzen können. Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst versuche mit eigenen Schulen, diesem Missstand zu begegnen, erklärte Al Basha. Man unterhalte bereits acht Schulen.

"Unsere Schützlinge können aber nur dann von unserer Bildung profitieren, wenn auch ihr körperlicher Zustand angemessen ist", gab sie zu bedenken. Deshalb erhielten sie bei den Jesuiten auch Mahlzeiten und Schulstart-Sets. "Wir geben ihnen Kleidung und bringen sie, wenn nötig, mit Bussen zur Schule", erklärte die Direktorin. Zudem stünden ihnen und ihren Familien Sozialarbeiter zur Verfügung. In Beirut gebe es zudem auch einen Jugendclub.

All das koste eine Menge Geld. Bei Misereor hofft man daher in diesem Jahr auch auf eine ähnlich gutes Ergebnis wie 2019. Allein bei der Kollekte seien zehn Millionen Euro zusammengekommen, sagte Spiegel. Insgesamt habe Misereor im Vorjahr 57 Millionen Euro aus Spenden erhalten.

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