Ökumenischer Gottesdienst nach Autoattacke auf Rosenmontagszug

Ökumenischer Gottesdienst nach Autoattacke auf Rosenmontagszug

In einem ökumenischen Gottesdienst mit anschließender Mahnwache haben Vertreter der Kirchen ihre Erschütterung über die Autoattacke auf den Rosenmontagszug in Volkmarsen zum Ausdruck gebracht. Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann, und der Fuldaer katholische Bischof Michael Gerber riefen in einer gemeinsamen Ansprache zum Zusammenhalt der Gesellschaft auf, wie die kurhessische Kirche mitteilte. "Die Betroffenen und unser Land brauchen Solidarität und Zusammenhalt", sagte Gerber am Dienstagabend in der katholische Kirche St. Marien in Volkmarsen.

Der Augenblick der Tat sei ein Moment, der das Leben in Volkmarsen radikal verändert habe, sagte Hofmann. Unausweichlich stellten sich viele Menschen die Frage nach dem "Warum?". Doch darauf könne es noch keine Antwort geben. Aber die Menschen könnten zusammenbleiben, gemeinsam klagen und trauern.

Gerber rief dazu auf, sich nicht von Hass und Zorn zu weiterer Gewalt verleiten zu lassen. Der Mensch, der hier Gewalt gesät habe, werde vor Gericht gestellt. Er werde sich verantworten müssen, vor Gott und vor den Menschen. Allerdings nur er, nicht seine Familie und nicht seine Freunde.

Bischöfin Hofmann und Bischof Gerber dankten den Angaben zufolge den Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr, den Sanitätern und Notärzten sowie den Notfallseelsorgern, die die Menschen in einer fürchterlichen Situation begleitet hätten. "Wir danken allen Menschen, die in diesen Tagen auf irgendeine Weise ein Zeichen der Solidarität senden mit den Menschen hier in Volkmarsen und auch mit den Trauernden und Leidenden in Hanau."

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt teilte mit, dass sie Haftbefehl wegen versuchten Mordes beantragen wolle. Sobald der mutmaßliche Täter vernehmungsfähig sei, werde ihm dies mitgeteilt. Bislang hatte die Behörde wegen versuchter Tötung ermittelt. Im nordhessischen Volkmarsen war am Rosenmontag gegen 14.45 Uhr ein 29-jähriger deutscher Staatsangehöriger mit einem Auto in eine Personengruppe beim Rosenmontagszug gefahren. Über seine Motive ist noch nichts bekannt. Im Laufe des Dienstags hatte die Polizei die Anzahl der Verletzten erneut erhöht. Sie liege bei fast 60.

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