"Zustände nicht tragbar": Delegation will auf Lesbos Lager besuchen

"Zustände nicht tragbar": Delegation will auf Lesbos Lager besuchen

Eine Delegation aus evangelischer Kirche, Kommunen und Flüchtlingshilfe will von Donnerstag an auf der griechischen Insel Lesbos auf die Situation im Flüchtlingslager Moria aufmerksam machen. Die Lage für die dort ausharrenden Menschen werde immer unerträglicher, die Zustände auf Lesbos "sind für Europa nicht tragbar", erklärte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Dienstag in Hannover. "In Lagern, die für 3.000 Menschen angelegt sind, sind derzeit mehr als 20.000 Flüchtlinge untergebracht." Demgegenüber stünden in Deutschland Tausende Plätze in aufnahmebereiten Kommunen und Städten bereit, die nicht genutzt werden könnten.

Von Donnerstag bis Samstag wolle die Delegation nach Griechenland reisen, um den Menschen dort ihre Solidarität auszudrücken und sich selbst einen Eindruck von der Situation vor Ort zu verschaffen, hieß es. Teilnehmen werden den Angaben zufolge der Bevollmächtigte des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union, Prälat Martin Dutzmann, der Staatssekretär für Integration des Berliner Senats, Daniel Tietze (Linke), der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam, Mike Schubert (SPD), der Erste Bürgermeister der Stadt Rottenburg, Thomas Weigel, sowie Liza Pflaum, Vertreterin der Organisation "Seebrücke".

Am Donnerstag wolle sich die Delegation in Athen mit Vertretern von Hilfsorganisationen treffen und ein Lager für unbegleitete Kinder besuchen, erklärte die EKD. Am Freitag wollen die Delegationsteilnehmer auf Lesbos das Flüchtlingslager Moria besuchen einschließlich der Lagerteile außerhalb des offiziellen Geländes. Geplant sei außerdem ein Treffen mit dem Bürgermeister von Lesbos, Spyros Galinos.

"Das Leid der Schutzsuchenden in Moria ist der Europäischen Union unwürdig. Es fehlt an allem", erklärte der EKD-Bevollmächtigte Dutzmann. Geltendes Recht werde nicht ausreichend genutzt, um die Krise zu lindern: "Familienzusammenführungen wären ein hilfreicher Weg Griechenland - und viele Geflüchtete - zu unterstützen. Gerade Deutschland lehnt diese Gesuche aber viel zu oft ab." Liza Pflaum von der Bewegung "Seebrücke" fügte hinzu: "Es geht hier um die humanitäre Verantwortung, der Deutschland nachkommen muss. Es muss alles dafür getan werden, die griechischen Lager zu schließen und die Menschen sofort zu evakuieren."

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