Interkulturelle Woche: Organisatoren sehen wachsende Bedeutung

Interkulturelle Woche: Organisatoren sehen wachsende Bedeutung
24.02.2020
epd-Gespräch: Dirk Löhr
epd

Auch in diesem Jahr soll die Interkulturelle Woche vom 27. September bis 4. Oktober allen Menschen ein öffentliches Podium bieten, die bedroht und in menschenfeindlicher Art und Weise attackiert werden. Gerade nach den schrecklichen Ereignissen in Hanau sei das wichtiger denn je, sagte die Vorsitzende des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses zur Interkulturellen Woche (IKW), Gabriele Erpenbeck, am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Erfurt.

Die Vorbereitungstagung in der Thüringer Landeshauptstadt habe dazu am Wochenende eine Erklärung verabschiedet. In dieser werde dazu aufgerufen, dass die Menschen vor Ort laut und vielfältig ihre Stimme gegen Nationalismus und Rassismus erheben. "Wir wollen nicht zurückzuweichen", sagte Erpenbeck.

Es gebe heute viel mehr Menschen, die bei der Interkulturellen Woche mitmachten. "Es sind viel mehr Orte dabei, mit viel mehr Veranstaltungen als vor 30, 40 Jahren", sagte sie. Es gebe etwa 5.000 Angebote in rund 500 Städten und Gemeinden.

Die Interkulturelle Woche sei ein Podium für alle, die für Werte wie Zusammenhalt, Vielfalt und für die fundamentalen Grund- und Menschenrechte stünden - und zwar gemeinsam mit den Bedrohten, Ausgegrenzten und Diskriminierten. "Sie bekommen in der IKW ein Podium. Wir reden nicht über sie, sondern mit ihnen", unterstrich Erpenbeck. Das dürfe auch gerne kontrovers sein, Streiten an sich sei nicht schlecht. Diese Vielstimmigkeit und auch die Gegensätze zu zeigen und herauszuarbeiten, das stärke den Zusammenhalt der Gesellschaft, fügte sie hinzu.

Skeptisch sah sie indes die Zusammenarbeit mit Vertretern der AfD. Es gehe dabei gar nicht darum, ob man generell mit Vertretern der rechtspopulistischen Partei reden könne oder solle. Das hänge von den einzelnen Personen ab und davon, was sie sagen. "Man muss ihnen aber nicht unbedingt ein Podium bieten", meinte die Ausschuss-Vorsitzende. "Die AfD versucht, die Demokratie mit parlamentarischen Instrumenten auszuhebeln, sie lächerlich zu machen und damit zu schädigen. Gerade die jüngsten Ereignisse im Thüringer Landtag sind dafür ein beredtes Beispiel", sagte Erpenbeck.

Die Aktionswoche findet seit 1975 im September statt. Sie geht auf eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie zurück und wird von Kommunen, Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden, Migrantenorganisationen sowie zivilgesellschaftlichen Institutionen getragen.

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