Bürgermeister von Palermo wird Ehrenmitglied von "Sea-Eye"

Bürgermeister von Palermo wird Ehrenmitglied von "Sea-Eye"

Der Bürgermeister von Palermo, Leoluca Orlando, ist zum Ehrenmitglied der Seenotrettungsorganisation "Sea-Eye" ernannt worden. Orlando sei in Italien der wohl lauteste politische Unterstützer der zivilen Seenotretter und der Menschenrechte, für die sie eintreten, teilte "Sea-Eye", die ihren Sitz in Regensburg hat, am Sonntag mit. Am Samstag hatte Leoluca Orlando die "Sea-Eye"-Vorstände Jan Ribbeck und Gorden Isler im Rathaus von Palermo empfangen. Dort boten die Seenotretter dem Bürgermeister die Ehrenmitgliedschaft samt Urkunde an, die dieser mit den Worten "es ist mir eine große Ehre" angenommen habe.

"Orlandos Einsatz für Gerechtigkeit und Menschenrechte ist sehr viel älter als 'Sea-Eye'. Ihn auf diese Weise wertschätzen zu dürfen, ist auch eine besondere Ehre für uns", sagte "Sea-Eye"-Vorsitzender Gorden Isler. In der Zeit der "geschlossenen Häfen" durch den früheren italienischen Innenminister Matteo Salvini mache Bürgermeister Orlando immer wieder deutlich, dass Palermos Häfen für aus Seenot gerettete Menschen offen blieben, teilten die Regensburger Seenotretter weiter mit.

Orlando unterstütze auch das Bündnis "United 4 Rescue", habe verschiedene Seenotretter zu Ehrenbürger von Palermo ernannt und nutze seinen politischen Einfluss, um die Arbeit der Hilfsorganisationen zu erleichtern. Im Oktober vergangenen Jahres wurde der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, für seine Bemühungen um eine humanitäre Einwanderungspolitik mit der Ehrenbürgerschaft von Palermo ausgezeichnet.

"Sea-Eye" teilte weiter mit, dass sie künftig mit den Seenotrettern der "Alan Kurdi" von Sizilien aus Einsätze starten und einen Seenotrettungsstützpunkt in Palermo errichten wollten. So schone man Ressourcen und sei länger in der libyschen Such- und Rettungszone anwesend. "Wir erhoffen uns so vor allem, mehr Menschenleben retten zu können", sagte der stellvertretende "Sea-Eye"-Vorsitzende Jan Ribbeck. Unter der rigiden Innenpolitik von Salvini habe die "Alan Kurdi" im vergangenen Jahr immer wieder von Spanien aus starten müssen. Leoluca Orlando habe den Seenotrettern seine weitere Unterstützung zugesichert.

Der Regensburger Verein "Sea-Eye" wurde 2015 gegründet. Mehr als 800 ehrenamtliche Rettungskräfte haben eigenen Angaben zufolge in über 60 Missionen bisher rund 15.000 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet.

epd lbm/cez

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