Preußische Schlösserstiftung plant große Sanierungen

Preußische Schlösserstiftung plant große Sanierungen
Schloss Charlottenburg, Neues Palais, Schloss Cecilienhof, Villa Liegnitz, Orangerieschloss im Park Sanssouci: Die preußische Schlösserstiftung plant weitere umfangreiche Sanierungen ihrer historischen Bauwerke.

Im 25. Jahr ihres Bestehens bereitet die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten neue Sanierungsprojekte mit einem Gesamtumfang von 170 Millionen Euro vor. Die Baumaßnahmen an den historischen Denkmälern sollen 2021 beginnen, wie Generaldirektor Christoph Martin Vogtherr am Montag in Potsdam ankündigte: "Das ist ein riesiges Paket." Dann müssten an vielen der historischen Orte auch Baugerüste errichtet werden.

Geplant würden derzeit 24 Projekte, darunter am Neuen Palais, den Römischen Bädern und am Orangerieschloss im Park Sanssouci in Potsdam sowie am Schloss auf der Berliner Pfaueninsel und am Potsdamer Schloss Cecilienhof. Die Sanierungsvorhaben sind Teil des 400 Millionen Euro umfassenden Sonderinvestitionsprogramms des Bundes und der Länder Brandenburg und Berlin für die Stiftung. Das Programm läuft bis 2030.

Im laufenden Jahr sind auch mehrere neue Ausstellungen geplant, sagte Vogtherr. Herausragendes Projekt ist die Ausstellung "Die Neuordnung der Welt" im Schloss Cecilienhof zum 75. Jahrestag der Potsdamer Konferenz 1945. Dort soll auch den Stimmen der international von den Entscheidungen der Konferenz Betroffenen Gehör verschafft werden, betonte er. Die Konferenz werde dort "konsequent als globales Ereignis" behandelt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa verhandelten die Siegermächte USA, Großbritannien und Sowjetunion in Schloss Cecilienhof über die Zukunft Deutschlands und eine Neuordnung Europas und der Welt. Am Rande der Konferenz vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 wurde auch der Abwurf von Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki von den USA entschieden.

Schloss Cecilienhof habe damals "wie ein Brennglas der Geschichte" im Blick der Öffentlichkeit gestanden, sagte Kurator Matthias Simmich. Die "grausame und brutale Geschichte" des 20. Jahrhunderts finde sich dort ebenso wieder wie die Hoffnung auf eine friedliche Nachkriegsordnung und der Beginn des Kalten Krieges. In der rund 1.000 Quadratmeter großen Ausstellung vom 1. Mai bis 1. November sollen auch Leihgaben des Hiroshima Peace Memorial Museums gezeigt werden.

Weitere Ausstellungen widmen sich unter anderem in Oranienburg und Caputh dem vor 400 Jahren geborenen Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620-1688) und in Potsdam der mehr als 20.000 Objekte umfassenden Fotografie-Sammlung von Glasnegativen der Stiftung. Im Berliner Schloss Charlottenburg wird im September eine neue Dauerausstellung eröffnet, die Friedrich den Großen (1712-1786) in den Mittelpunkt stellt. Zur Ausstattung gehören auch bis zu 50 Objekte aus dem früheren Potsdamer Stadtschloss.

Die Stiftung plane zugleich, die kulturelle Bildung und die Vermittlung von Wissen zu verstärken, sagte Vogtherr. Dazu sollen unter anderem in den Schlössern Orte von wichtiger historischer Bedeutung besonders markiert werden und vertiefte Informationen bieten.

Die Besucherzahlen seien im vergangenen Jahr um ein Prozent auf insgesamt rund 1,56 Millionen Gäste leicht gestiegen, sagte Vogtherr. Die Einnahmen aus staatlichen Zuschüssen, Zuwendungen, Spenden und eigenen Erträgen sind von 69,2 Millionen Euro im Jahr 2018 auf knapp 69,9 Millionen Euro im vergangenen Jahr gestiegen. Die Stiftung wurde am 1. Januar 1995 gegründet.

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