Deutsches Kinderhilfswerk: Kinder-Influencer im Internet schützen

Deutsches Kinderhilfswerk: Kinder-Influencer im Internet schützen

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert die stärkere Berücksichtigung des Kindeswohls für Kinder-Influencer in sozialen Medien. Kinder dürften nicht gedrängt, gelockt oder gar gezwungen werden, vor der Kamera zu agieren, erklärte Kinderhilfswerks-Präsident Thomas Krüger am Dienstag in Berlin anlässlich des Safer Internet Day. "Wenn arrangierte Szenen gezeigt werden, in denen zugleich, und egal wie subtil für Produkte geworben wird, ist das ganz klar Kinderarbeit. Die ist in Deutschland grundsätzlich verboten", machte Krüger klar.

Bisher hätten die Gewerbeaufsichtsämter Kinder-Influencer noch nicht auf dem Schirm und lägen diesbezüglich im "digitalen Tiefschlaf", bemängelte der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks. Anbieter von Social-Media-Plattformen wie Instagram und Videoportalen wie Youtube müssten ebenso wie Agenturen und Werbetreibende ihrer Verantwortung für den Kinderschutz nachkommen.

Außerdem sei zu beobachten, dass immer wieder Kinder-Influencer rechtswidrigen Eingriffen auf ihre Integrität ausgesetzt seien, erklärte Krüger. "Filmen beim Aufwecken, der Besuch beim Kinderarzt oder im Krankenhaus, im Badezimmer, im Planschbecken - das geht gar nicht", warnte Krüger. Das Deutsche Kinderhilfswerk sehe zudem mit Sorge, dass in zunehmendem Maße Interessenkonflikte zwischen dem Schutz des Kindeswohls und den finanziellen Interessen der Eltern bestehen.

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