Grütters: Katholische Kirche in fundamentaler Krise

Grütters: Katholische Kirche in fundamentaler Krise

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat den Glaubwürdigkeitsverlust der katholischen Kirche als fundamentale Krise bezeichnet und grundlegende Reformen angemahnt. "Wenn ein Fundament Risse bekommt, kann man das Haus nicht mit Reparaturen an der Fassade retten, sondern muss die Grundfesten erneuern", sagte Grütters am Mittwochabend in Berlin laut vorab verbreitetem Manuskript beim kirchenpolitischen Empfang der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Nicht zuletzt deshalb würden sich katholische Laien und Geistliche jetzt gemeinsam auf den Synodalen Weg begeben, wie der eingeleitete kirchliche Reformprozess genannt wird.

Grütters rief dazu auf, "an die Wurzeln dieses schmerzhaften Glaubwürdigkeitsverlustes" zu gehen. Dabei verwies sie auf eine Anfang Januar veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes forsa, wonach im sogenannten Institutionen-Ranking nur 14 Prozent der Befragten großes Vertrauen in die katholische Kirche haben. 36 Prozent der Befragten gaben an, großes Vertrauen in die evangelische Kirche zu haben. Die Daten wurden zwischen dem 18. Dezember 2019 und dem 3. Januar 2020 erhoben. 2.505 Menschen wurden befragt.

"Es gibt viele Missstände, und man kann wohl getrost von einer fundamentalen Erosion sprechen, die wir Christen gerade erleben", sagte die 58-jährige Katholikin. Das sei "nicht nur ein Systemproblem, sondern für viele Menschen, so wie bei mir, ein sehr persönlicher, schmerzender Prozess", fügte sie hinzu.

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